Erlebnisse eines Islamwissenschafts-Studenten

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Ich sitze hier vor meinem PC, lese PI und freue mich, daß die Gemeinde täglich größer wird und Deutschland aufwacht. Mir geht es auch ganz gut ich hab mich heute den ganzen Tag nicht geärgert. Fällt mir erst jetzt auf. Aber irgendwas ist anders, nur was? Auf einmal fällt es mir ein – wir haben ja jetzt vorlesungsfreie Zeit. Aber das alleine kann es nicht sein. Also weiterdenken.

Jetzt hab ich es, keine Seminare mehr, besser gesagt kein islamwissenschaftliches Seminar mehr. Das war echt das Schlimmste was ich je erlebt habe. Islamwissenschaft, der Fehler meines Lebens, ja ich war so dumm und nun ist es mein Hassfach. Das war hoffentlich meine letzte Lehrveranstaltung in dem Fach (wenn die Hausarbeit gut wird, bin ich scheinfrei in dem Fach).

Aber nun mal zum Seminar selber, wie man sich denken kann sind die Nicht-Muslime in der Minderheit. Was aber nicht heißen soll, das wir uns alles propagandistisch gefallen lassen mussten, wir sind ja schließlich an der Uni, und da darf man seine Meinung vertreten, und muß diese auch verteidigen können. Aber ich erzähle euch hier mal von ein paar „Highlights“ des Seminars.

Erste Stunde Grundlagen: Was sind die fünf Säulen des Islam? Wie heißen die ersten vier Kalifen? Die Frage vom Prof war fies, da konnte man nämlich sehen, wer Sunnit und wer Schiit war, alle Moslems natürlich voll reingefallen. Was ist ein Hadith? Was ein Hadith ist wusste natürlich jeder, aber wie sah es mit den Hadithsammlungen aus, wer war das? Wusste auch wieder nur eine Fraktion, und das waren nicht die Moslems. Nach einer Weile reicht es einem Kollegen von mir aus der Nicht-Moslem-Fraktion und meint: “Wir sind hier in einem Hauptseminar, da sollte man über die theologischen Fakten Bescheid wissen, das ist Stoff des Grundstudiums, und wer das vergessen hat, sollte nochmal das Buch von Richard Hartmann, ‘Die Religion des Islam lesen’.” Bums das hat gesessen. Das war zum Schluß der Stunde, nachdem wir die ganze Zeit damit verbracht hatten, Stoff aus dem Grundstudium zu wiederhohlen. Also Klamotten zusammenpacken und raus, schnell raus bevor der Prof auf dumme Ideen kommt. Leider nicht schnell genug. Prof: “Herr XY, Sie haben mich da auf eine gute Idee gebracht. Bitte fassen Sie die Stunde in einem Stundenprotokoll zusammen, zwei bis drei Seiten genügen, und schicken sie mir die Ergebnisse per Mail bis Freitag.” Hab ich das gerade richtig verstanden, Stundenprotokoll, und das über Inhalte des Grundstudiums, wir sind hier in einem Hauptseminar. Naja ist halt so, und das eine Mal wirst du überleben.

Die Woche drauf: Prof kommt rein, hat einen Stapel Papier unter dem Arm, wie sich herausstellte, unsere Hausaufgaben. Er verteilt sie. Der Kommentar von ihm, und den werde ich nie vergessen: “Die Ausarbeitungen haben meinen Erwartungen entsprochen.” Was soll das jetzt wieder heißen? Denke ich so bei mir, und schaue meine Kollegen von der NMF (Nicht-Moslem-Fraktion) fragend an.

Wir bekommen unsere Hausaufgaben wieder. Bei der NMF steht drunter OK Datum und Kürzel des Profs, bei einigen der „Anderen“ vieles rot angestrichen. Eine Muslima meldete sich und fragt, bis wann sie die Überarbeitung denn abgeben solle. Der Prof antwortete, das wir zu jeder Stunde nun ein Protokoll schreiben sollten, und das wir am Schluß des Seminars für jede Stunde ein Protokoll abgeliefert haben sollten, das mindestens mit ausreichend bewertet worden sei. Hab ich das gerade richtig verstanden? Stundenprotokolle sind ja ganz gut um die Stunde zu rekapitulieren, aber nicht wenn die Stunde aus Inhalten des Grundstudiums besteht. Leider wurden meine Hoffnungen die nächsten drei Stunden nicht erfüllt. Aber was solls, ist mein Hassfach, also Augen zu und durch.

Die Zusammenstellung der Seminarteilnehmer war folgende: 12 Teilnehmer (3 NMF – 2 Katholiken 1 Evangele; MF 9 – 3 Schiiten 6 Sunniten inck. 2 Konvertitinnen, Bemerkung von mir: die waren mit am schlimmsten/dümmsten). Nun folgen ein paar verbale Wortgefechte, die komischerweise immer die NMF gewonnen haben. Das Thema des Seminars war eigentlich der Islam und seine frühe Verbreitung, und so kamen dann alle Sachen auf den Tisch, die diskutiert werden konnten. Bei einigen Themen kann ich heute noch nicht glauben, daß diese Sachen wirklich vorgebracht worden sind.

Islam kann man auch mit Frieden übersetzen, meinte eine der Konvertitinnen. Gegenfrage woher sie das habe? Von Muslimwelt.de sagte sie. Antwort von mir: „Ich studiere im Hauptfach Geschichte, da gibt es so etwas wie Quellenkritik, was soviel wie die kritische Hinterfragung einer jeden Aussage/Quelle ist, so eine Seite kann wegen ihrer Parteilichkeit nicht als Referenz herangezogen werden. Aus meiner bestandenen Arabischprüfung weiß ich, das kann nur mit Unterwerfung übersetzt werden.“

Thema Schisma des Islams: O-Ton von beiden Seiten der MF, ja das wäre schlimm, aber wir Christen sollten mal schön ruhig sein, wir hätten ja auch den Dreißigjährigen Krieg gehabt usw. usw. Ja, schon richtig, stimmen wir zu, aber wir sind zu dem Schluß gekommen, daß man sich im Namen Gottes nicht den Schädel einschlägt, und so leben wir heute friedlich nebeneinander (Umarmung des Evangelen mit einem Kathohliken mit der Aussage: “Bruder komm an mein Herz”). Wie sieht das denn bei den Moslems aus (die Antwort kannten alle, betretenes Schweigen)? Irgendwie war die Stunde danach gelaufen … .

Die Moslems würden verfolgt und diskriminiert und für ihren Glauben, vom Westen umgebracht (hat eine der Konvertitinnen tatsächlich gesagt), der Prof schreitet ein und stellt klar: “Im Irak bringen Moslems Moslems um. Wenn ein Moslem ermordet wird, dann in der Regel von einem anderen Moslem. Und zweitens: Die am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft weltweit sind Christen, unter kommunistischen und eben auch muslimischen Regimen.”

Kreuzzüge: Eines der beliebtesten Themen, wobei sich die MF damit trösten konnte, das sie zum Schluß gewonnen hat, und das rechtfertigte alles. Die bösen Kreuzritter hätten die Muslime überfallen. Stimmt nicht: 1. seit 1009 verschlechterte sich die Lage der Christen im islamisch besetzten Gebiet rapide (unter anderem wurde die Grabeskirchen zerstört). 1095 begannen dann die Kreuzzüge, weil der byzantinische Kaiser um Hilfe gebeten hat, weil die Moslems immer weiter angegriffen hätten. 2. 846 wurde Rom von Moslems geplündert (man stelle sich vor, wir hätten Mekka angegriffen), 732 Schlacht bei Portiers usw. Da hatte selbst die wahre Religion des Friedens die Schnauze richtig voll, und hat mal zurückgeschlagen (O-Ton eines der NMf).

Propaganda mit Fakten bekämpfen funktionierte ganz gut in diesen Seminar. Leider nicht so außerhalb der UNI. Die Diskussion wurde teilweise mit rauen Bandagen geführt, und ich kann echt nicht glauben, daß das zukünftige Akademiker waren. Ich habe versucht, sachlich zu bleiben, was mir zwar weitestgehend gelungen ist, mir dann aber eine Empfehlung vom Prof einhandelte, der einer der muslimischen Teilnehmerinnen riet, mich doch einmal zwecks Aufarbeitung und Inhalt der Stundenprotokolle zu kontaktieren. Was die dann auch wirklich tat.

(Gastbeitrag von Knüsel)

Quelle: Politically Incorrect News

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