Leser, Kunden oder Opfer?

Die Lügenpresse lügt (IX)

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In dem durchaus informativen und lesenswerten Artikel der FAZ[1] stimmt auf den ersten Blick alles. Der zweite Blick offenbart was alles darin fehlt. Nicht eine Silbe findet sich über die wahren Täter. Niemand, auch nicht die schärfsten Falken in der US-Regierung, hat der UdSSR jemals einen Vorwurf daraus gemacht, die ihr zugespielten Unterlagen ausgewertet und die Atombombe nachgebaut zu haben. Die wirklichen und zu recht verurteilten Täter waren die amerikanischen Spione in Los Alamos.

Wer ist es, der die Daten erhebt und weiterleitet? Ohne das Erlauben mindestens der eigenen Skripte wird von FAZ.net gar nichts angezeigt:

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Nun könnte man meinen, ein Skript der FAZ sei vertrauenswürdig und kein Problem. Der folgende Screenshot von eben dieser Artikelseite zeigt, was das Skript heimlich im Hintergrung alles versucht, von fremden Drittseiten nachzuladen:

(Für eine größere Version bitte auf's Bild klicken.)

Von der FAZ heimlich nachgeladene Schnüffelscripte fremder Seiten

Man beachte den auffallend großen Anteil gerade der Scripte, die ich – nicht ohne Grund – schon länger explizit als als „untrusted“ markiert habe. Diese bleiben bei mir selbst dann gesperrt, wenn ich einmal „erlaube vorübergehend alles auf der Seite“ aktivieren sollte. Anwender, deren Browser – wie die meisten – nur zulassen, alle Skripte global zu erlauben oder zu verbieten, sind dem allem hilflos ausgeliefert.

Das Gejammer über irgendwelche Firmen im Ausland ist pure Ablenkung, aktiv betrieben von eben den Verbrechern hier in Deutschland, die der deutschen Rechtsprechung unterlägen, wenn die denn nicht aktiv und bewußt wegsähe. Wenn Telephongesellschaften Metadaten speichern, die möglicherweise und nur in konkreten Verdachtsfällen von der staatlichen Verbrechensbekämpfung ausgewertet werden könnten, dann wird das politisiert bis zum Abwinken. Manche Datenschützer sehen bereits ein Problem, wenn ein Seitenbetreiber selbst seinen eigenen Logfile auswertet, um zu sehen, ob und von wem er überhaupt gelesen wird. Die freigiebige, öffentliche Weitergabe solche Besucherdaten an eben die, die nicht nur Mißbrauch treiben könnten sondern es bekanntermaßen wirklich auch tun, wäre bei korrekter Anwendung geltenden Rechts eine Straftat. Das Einbinden eines Facebook Like-Buttons – er muß dafür weder geklickt noch überhaupt in den sichtbaren Bereich gescrollt werden – liefert genug Daten, um den Besucher sicher identifizieren und wiedererkennen zu können, an einen Spionagekonzern im Ausland, der sie mit denen zahlreicher anderer Seiten zu einem umfangreichen Profil verknüpft. Die FAZ geht noch einen Schritt darüber hinaus, indem sie das Abschalten wirksamer Schutzmaßnahmen zu erzwingen versucht.

All das intersessiert keinen. Weder die deutsche Rechtsprechung noch die staatsgelenkte Einheitspresse verliert ein Wort über die Seitenbetreiber im Web, die die Daten ihrer meist nichtsahnenden Besucher zur freien Ausschlachtung übergeben – die wirklich kriminellen Täter. Nicht einmal die DDR 1.0 hat das Recht derart offen mit Füßen getreten und sich stattdessen sehr bemüht, wenigstens noch den äußeren Anschein eines Rechtsstaates aufrechtzuerhalten.

Ich weigere mich zu glauben, daß durch die Bank alle verantwortlichen Journalisten in der deutschen Medienlandachaft derart blöd sein können. Ich sehe gezielte und gelenkte Absicht dahinter. Et cui bono?


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Gegen den emsigen Winston Smith wurde eine Sichheitskopie zur Seite gelegt.     Zurück

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