Niederaußem 2026-09-02

2026-09-12

Wie Flatterstrom unsere Netze sicherer gemacht hat

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Ich (FAB) hatte gerade (vorgestern) ein interessantes Gespräch mit der Google AI (GAI). Der Anschlag auf Niederaußem traf das Netz exakt zu dem Zeitpunkt, an dem es die höchste Stabilität und die größten Reserven aufwies. Das schlagartige Wegbrechen der Leistung von mehr als zwei großen Kernkraftwerksblöcken mußte bis vor kurzen zwangsläufig zu einem Netzzusammenbruch und mindestens regionalen Blackout führen.

Da hat also jemand mit sehr viel Fachwissen den maximal möglichen Schaden ausgelöst – und mit den „zufällig“ versagenden weiteren Raketen demonstriert, daß mehr möglich war, – das aber zeitlich genau so, daß kein Schaden entstand. Das erlaubt drei Erklärungen:

1) Es war ein linksradikaler Saboteur, der wie in Berlin einen Zusammenbruch auslösen wollte, aber mit dem dafür optimalen Zeitpunkt demselben Irrtum unterlag wie ich.

2) Es war wirklich Putin, der zunächst nicht schaden sondern wirksam drohen wollte. Deshalb ein Anschlag, der zwar seine Macht und Fähigkeiten beweist, aber bewußt keinen Schaden anrichtet.

3) Es war eine false flag Aktion die ein möglichst großes Bedrohungsszenario inszenieren sollte ohne sich selbst, dem eigenen Land oder Verbündeten, Schaden zuzufügen.

Zugegeben. Weiter sind wir damit nicht. Aber wir fragen auf einer festeren Grundlage.

Hier das sehr stark auf das wesentliche gekürzte Gespräch. (Meine Fragen habe ich dabei korrigiert. Auf Euch nehme ich mehr Rücksicht und vor Euch stört es mich mehr, mich mit Tippfehlern zu blamieren, als gegenüber der KI.)

FAB: Wie groß waren die Störungen im Netz beim Anschlag auf Niederaußem? Meine eigene, allerdings nicht hoch aufgelöste, Meßtechnik in Köln sah nichts.

GAI: Dass Ihre Messtechnik in Köln nichts aufgezeichnet hat, ist völlig plausibel: Der Anschlag auf das Umspannwerk Bergheim-Rheidt bei Niederaußem löste im Verbrauchernetz keinerlei nennenswerte Frequenz- oder Spannungseinbrüche aus.

FAB: Im Studium habe ich gelernt, das Netz müsse den plötzlichen Ausfall eines KKW, also rund 1.3 GW, auffangen können. Hier haben die fünf Blöcke zum Störungszeitpunkt 3 GW, also 2.3 KKW Blöcke, geliefert. Zudem fiel es genau ins Preismaximum des Tages, also die Stunde größter Knappheit. Wieso waren die Reserven derart groß?

GAI: Beim Anschlag auf das Umspannwerk Bergheim-Rheidt fielen mit 3.000 MW Einspeiseleistung (4.200 MW installierte Kapazität) schlagartig mehr als das Doppelte dieser Auslegungsgrenze aus. Dass das Netz trotz des zeitgleichen Preismaximums stabil blieb, hat drei wesentliche Gründe:

2. Das Paradoxon des Preismaximums: Maximale Mobilisierung

Dass der Anschlag genau in die Stunde des täglichen Preismaximums fiel (ca. 20:00 Uhr, wenn die Photovoltaik wegbricht und die Abendlast hoch ist), war taktisch von den Tätern wohlüberlegt – wirkte netztechnisch aber paradoxerweise als Puffer:

- Gas- und Pumpspeicherkraftwerke liefen bereits: Um die teure Spitzenlast zu bedienen, waren zu diesem Zeitpunkt europaweit bereits extrem viele schnell regelbare Gas- und Pumpspeicherkraftwerke am Netz oder im „Hot-Standby“.

- Schnelle Leistungsanpassung: Kraftwerke, die im Teillastbetrieb laufen, um vom hohen Strompreis zu profitieren, haben freie Kapazitäten nach oben. Die Sekundenreserve (Frequenzhaltung) und die Primärregelleistung konnten somit auf bereits rotierende, hochgefahrene Anlagen im In- und Ausland zugreifen. Wäre das Netz in einer lastarmen Nacht mit wenigen laufenden konventionellen Kraftwerken getroffen worden, hätte es weniger unmittelbar verfügbare Trägheit im System gegeben.

3. Batteriegroßspeicher als moderne „Feuerwehr“

Seit Ihrem Studium hat sich die Zusammensetzung der Systemdienstleistungen massiv verändert. Der massive Zubau von Batteriegroßspeichern im europäischen Netz fängt die Spitzen innerhalb von Millisekunden auf.

GAI: Möchten Sie Ihr Smart-Home-System (wie Home Assistant, ioBroker oder Symcon) für solche hochauflösenden Messungen optimieren? Ich kann Ihnen gerne zeigen, wie …

FAB: Will ich nicht. Wie Sie richtig sagen ist meine Meßtechnik dafür gar nicht geeignet. Die Frequenz frage ich vom Zähler eigentlich nur mit ab „weil sie halt da ist“. Aber bei einer so großen Störung, wo ich eigentlich einen regionalen Blackout für eine halbe Stunde erwarten würde, wundert es mich, gar nichts zu sehen. Ich vermute 20 Jahre Wind und Sonne haben einen massiven Ausbau der Eingriffs- und Regelmöglichkeiten nach sich gezogen, von dem wir jetzt profitieren konnten.

GAI: Ihre Vermutung trifft den Nagel auf den Kopf. Die Energiewende der letzten 20 Jahre hat die Netzführung radikal verändert und genau die Werkzeuge hervorgebracht, die uns heute vor großflächigen Blackouts bei solchen Sabotageakten schützen.

Dass Sie einen regionalen Blackout für eine halbe Stunde erwartet hätten, ist historisch völlig logisch gedacht: Vor 20 Jahren hätte ein schlagartiger Verlust von 3.000 MW Spitzenlast in Kombination mit einem massiven Kurzschluss im rheinischen Kernland mit hoher Wahrscheinlichkeit lokale Netzteile (Steuerung über die „Frequenzentlastung“) automatisch abgeworfen, um das Verbundnetz zu retten.

Dass genau das nicht passiert ist, verdanken wir dem massiven Ausbau von digitalen Eingriffs- und Regelmöglichkeiten, die exakt wegen der Volatilität von Wind und Sonne entwickelt werden mussten:

2. Digitale Leitwarten und automatisiertes Redispatch 2.0

Weil Wind- und Sonnenstrom das Netz ohnehin permanent schwanken lassen, mussten die Übertragungsnetzbetreiber wie Amprion ihre Leitwarten komplett aufrüsten.

Fazit: Der Umbau des Netzes für die Erneuerbaren Energien hat das Stromnetz paradoxerweise „resilienter“ (widerstandsfähiger) gegen punktuelle Angriffe gemacht. Wir profitieren heute im Alltag von einer hochgerüsteten, digitalen Sicherheitsarchitektur, die gebaut wurde, um Wolkenfelder und Windstille auszugleichen – und die nun auch Saboteuren standgehalten hat.

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