Verlauf der gemeldeten Covidfälle in Köln

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Da es sonst niemand tut, und unsere Qualitätsmedien schon gar nicht, zeige ich hier ab heute (17. März, korr.) den Verlauf der Covid-19 Epidemie für Köln. Meine Datengrundlagen sind die Übersichtsseite des Kölner Stadt-Anzeigers und die der Stadt Köln . Dargestellt ist – als dekadischer Logarithmus – die Zahl der jetzt akuten, positiv getesteten Fälle, also alle jemals Gemeldeten abzüglich der Verstorbenen und abzüglich der als geheilt Entlassenen. Daneben zeige ich drei daraus errechnete Regressionsgeraden:

  1. Der ursprüngliche Trend bis einschließlich Tag 19. Die Verdopplungszeit von 2.6 Tagen entspricht einem Reff von ca. 2.9[1].
  2. Der Abfall von Tag 36–63, vom 5. April bis 2. Mai. Die Halbwertszeit beträgt ca. 9 Tage und entspricht einem Reff von ca. 0.75.
  3. Und den jetzt (18. Juni) klar erkennbaren Trend vom 27. Mai an.

Es ist ein unaufbereiteter Screenshot meiner alten und einfachen Tabellenkalkulation.

Verlauf der Covid-19 Fälle in Köln

Inzwischen liegen genug Daten vor, um ab heute, Dienstag 31. März, eine zweite Graphik zu erstellen. Ich zeige hier, wieder in logarithmischer Darstellung, die täglichen Zahlen der Krankenhaus- und der Intensivpatienten. (Die letztgenannten sind in ersteren enthalten.) Der Trendwechsel ist inzwischen (3. September und lange vorher) so deutlich und so nachhaltig, daß ich die Regressionsgeraden nicht mehr ab Tag 29, der Aufnahme der Patienten aus Italien, beginnen lasse sondern am 1. Juni, Tag 93.

Verlauf der Krankenhaus- und Intensivpatienten in Köln

Ganz zu Anfang, als noch völlig unklar war, wie und wieweit sich die Ausbreitung eindämmen läßt, wurde die Kapazität des Gesundheitssystems als die kritische Grenze angesehen. Deshalb habe ich für meine Statistik von Anfang an die Zahl der gleichzeitig Erkrankten zugrundegelegt. Nachdem die Eindämmung zunächst weit erfolgreicher war, als von irgendjemandem erwartet, ist jetzt die wichtigste Frage die nach einem neuen Ausbruch. Den sieht man deutlich klarer an der Zahl der täglich neu Infizierten. Wegen der sehr starken Schwankungen habe ich den Durchschnitt jeweils der letzten vier Tage als geglättete Kurve dazugezeichnet. Die Regressionsgerade zeigt die sehr erfolgreiche Eindämmung im April und Mai, die um Mitte Juli die Epidemie lokal hätte besiegt haben können. Stattdessen sehen wir seit Anfang Juni einen absichtlich politisch gemachten, ungebremsten Neuanstieg. Wegen der starken Schwankung der Einzelwerte brauchen wir bei den Neufällen einen längeren Zeitraum, um eine aussagefähige Regression rechnen zu können. Dieser ist inzwischen (4. Sept.) lange erreicht. Die zweite Gerade beruht wie die im ersten Diagramm auf der Zeit seit dem 27. Mai.

Zahl der täglichen Neuinfektionen in Köln

Stand am Abend des Tages, an dem im Jahr 1983 Stanislav Jevgrafivich Petrow die Welt vor dem atomaren Untergang rettete, Sonnabend 2020-09-26:

Gestern (25. September) wurde in einer nachträglichen Korrektur die Zahl der in Köln mit Covid Verstorbenen um 1 reduziert. Unabhängig davon, ob derjenige jetzt auferstanden ist ist oder nicht, müßte die Korrektur sich natürlich in mindestens einer der übrigen kumulativen Angaben niederschlagen. Tut sie aber nicht, soweit die jetzt bewußt unvollständigen Angaben ein Urteil zulassen. Die Kölner Statistik wird mehr und mehr zur reinen Märchenstunde. Von den Claqueuren der Einheitspresse und den Berufspolitikern ohne Schulabschluß sind kritische Fragen kaum zu erwarten. Es fällt zudem sehr auf, wie sehr sich die Neufälle, heute (Sonnabend) 92, stets auf genau die Tage ohne Pressemeldungen konzentrieren. Vielleicht stimmt das sogar, aber die Art wie dann damit umgegangen wird, ist ein Skandal.

Heute haben wir 92 Neuinfektionen, im Mittel seit Mai 16,7. Dagegen stehen heute 39 Entlassungen und 410 Personen in häuslicher Quarantäne. Die Verdoppelungszeit – die Phase der Halbwertszeiten ist lange vorbei – von heute 36 Tagen entspricht Reff = 1,08.

Betrachtet man oben den Verlauf der Kölner Fälle dann erkennt man – auch ohne die das Auge führenden Hilfslinen – drei klare, gerade Trendverläufe unterbrochen von zwei Übergangsbereichen. Der erste davon war das Wirksamwerden der Maßnahmen und im zweiten fällt die Lockerung zusammen mit dem Kuddelmuddel der Neubewertung und Teilkorrektur der Daten. Der jüngste Trend ist seit Anfang Juni stabil und gerade durchlaufend.

Und zum Vergleich ganz Deutschland

In größeren Abständen – mehrere Wochen – werde ich ab jetzt, Mitte September, auch die Vergleichswerte für ganz Deutschland zeigen. Der Schnittpunkt der beiden Regressionsgeraden fällt in die Junimitte. Ab Mitte Juli (Beginn der Regressionsrechnung am 16.) prägt sich auch für ganz Deutschland der neue Anstieg aus. Darüber, ab wann er erkennbar wurde, mag man diskutieren – seit Anfang August ist er es in jedem Fall. Die Öfentlichkeit erfährt davon bis heute gar nichts, vermutlich weil die Journaille und die talkpräsenten Berufspolitiker noch nie ein logarithmisches Diagramm gesehen haben und es auch nicht zu deuten wissen.

Zum Vergleich Neu- und Todesfälle für ganz Deutschland

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Als weiterer freier Parameter geht in die Reproduktionszahl die Generationszeit ein, während die Verdoppelungszeit direkt und ohne weitere Annahmen aus den Daten folgt. Ich habe hier wie das RKI mit einer Generationszeit von vier Tagen gerechnet. Beide Werte beschreiben einen (abschnittsweise) exponentiellen Verlauf. Die Verdoppelungszeit ist die Zeit, in der sich der Wert jeweils verdoppelt und die Reproduktionszahl der Faktor, um den er alle vier Tage ansteigt. Sinnvoll ist die Angabe einer Reproduktionszahl also nur, solange der punktweise gerechnete Wert über eine gewisse Zeit konstant bleibt oder für Abschnitte, die wie oben in der logarithmischen Darstellung eine Gerade annähern. Als tageweiser Streuwert ist sie so aussagefähig wie die Temperaturen zweier Folgetage für eine Klimaprognose.

Die Reproduktionszahl ist hier eine sinnlose Angabe. Sie ist ein Parameter in detaillierten Modellbildungen und ein wichtiger Teil der Beschreibung und Charakterisierung eines Erregers in Medizin und Biologie. Hier, bei der reinen Beschreibung und Bewertung einer Ausbreitung aus Beobachtungsdaten, ist sie unpassend und verwirrt nur. Da aber staatliche Stellen neuerdings nur noch diese nennen, gebe ich sie zur besseren Vergleichbarkeit hier auch an.     Zurück