Verlauf der gemeldeten Covidfälle

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Stand am Tag der deutschen Einheit, Donnerstag 2021-06-17:

Respekt, die Verantwortlichen der Stadt Köln haben dazugelernt. Anstatt sich zum dritten Mal beweisbar beim Lügen ertappen zu lassen, erkennen sie diesmal rechtzeitig die Trends, die ohne Änderung zwangsläufig in innere Widersprüche laufen müssen. Diesmal handeln sie vorausschauend und haben heute die Formate sowohl der Statistikseite als auch der täglichen Meldungen so geändert, daß die entschiedenden Angaben komplett fehlen. Im Gegenzug erscheinen genau jetzt, wo sie um jegliche Inhalte bereinigt sind, die Meldungen beginnend mit dem 19. auf einmal auch wieder am Wochenende. Sowas auch. An niedrigen, nicht mehr relevanten Werten liegt es jedenfalls nicht. Sie sind immer noch höher als im gesamten letzten Sommer und wir wissen alle, wie der – noch ohne sich schneller verbreitende Mutanten – endete.

Es ist symbolisch, daß das genau am Vorabend zum Tag der deutschen Einheit passiert. Hier an der äußersten Westgrenze haben wir viel zu lernen. In den späten Achtzigern war ich dort, wo die Vorgänger unserer heutigen Regierung schon 40 Jahre ununterbrochen die Macht hatten, zu Gast bei Gruppen, die im Untergrund verschwiegene Daten sammelten, sich gemeinsam ein korrektes Bild der Situation erstellten und die Ergebnisse unter der Hand weitergaben. Als isolierter Einzelkämpfer bin ich an meine Grenze geraten und stelle die Updates dieser Seite heute ein.

Eine Ergänzung doch noch. Heute, genau am 68. Gedenktag für das Eingreifen des Großen Bruders, hat Winston Smith den letzten noch fehlenden Schritt getan. Nicht nur gibt es keine aktuellen Daten mehr, seit heute sind auch die bis gestern seit dem letzten März vollständig fortgeführten Tabellen und Diagramme ersatzlos verschwunden, als habe es sie nie gegeben. Nur wer die Macht über die Vergangenheit und die Erinnerung hat, kontrolliert den Menschen ganz. Noch ist der Besitz eigener Unterlagen nicht wieder verboten. Haben wir ein Auge auf die Agitations- und Propagandamedien, die Vorbereitungen auf diesen logischen nächsten Schritt werden sicher bald anlaufen. Unsere amtierende Kanzlerin hat ihre Ausbildung in genau dieser Abteilung erhalten und ein feines Gespür für genau die richtige Geschwindigkeit der Fortschrittskräfte. Widerstand wie bei der landwirtschaftlichen Kollektivierung ist unerwünscht, seitdem haben die Fachabteilungen erheblich dazugelernt.

Die Schamlosigkeit der Kölner Berufspolitik ist atemberaubend. Angesichts der Tatsache, daß die dort offiziell gemeldeten Zahlen vom Landesamt und vom RKI zurückkommen und der daraus offensichtlich werdenden Güte von deren Qualitätskontrolle, glaube ich seit Ende April auch die bundesweiten Zahlen nicht mehr. Die sehen zu sehr so aus wie von ganz oben bestellt und passend geliefert.

Jetzt ist es quasi amtlich. Die Stadt Köln gibt implizit zu, seit Wochen gelogen zu haben und daß keine Möglichkeit mehr zu sehen, das weiter zu vertuschen. Sie tut in der Situation eben das, was sie schon immer getan hat. Die Fehler werden nicht korrigiert sondern ab jetzt die Daten verschwiegen, so daß keine Prüfung mehr möglich ist. Das Wochenende ist endgültig vorbei. Seit dem letzten Donnerstag – Fronleichnam 3. Juni – gibt es keine Zahlen der Mutanten mehr, sie werden auch nicht nachgeliefert und es sieht nicht so aus, als ob jemals neue kämen. Die offziellen Kölner Verläufe werde ich intern in meiner Tabelle weiterführen aber wegen erwiesener Sinnlosigeit keine neuen Diagramme mehr erstellen.

Krankenhaus

Inzwischen liegen genug Daten vor, um ab heute, Dienstag 31. März, eine zweite Graphik zu erstellen. Ich zeige hier in logarithmischer Darstellung die täglichen Zahlen der Krankenhaus- und der Intensivpatienten. (Die letztgenannten sind in ersteren enthalten.) Seit dem 9. April, rechne ich die Regressionen ab Tag 365, dem 28. Februar und dem Beginn des Wiederanstiegs der Intensivfälle. Beide Kurven zeigen seit einiger Zeit einen leichten, vermutlich den Impfungen geschuldeten Abfall. Die sehr hohe Inzidenz der jüngeren Altersgruppen dürfte aber trotz geringer Anteile weiter zu hohen Absolutwerten für die Schwererkrankten führen.

Verlauf der Krankenhaus- und Intensivpatienten in Köln

Ganz Deutschland

Seit Mitte September zeige ich auch die Vergleichswerte für ganz Deutschland. Ab Mitte Juli prägt sich auch für ganz Deutschland der neue Anstieg aus. Darüber, ab wann er erkennbar wurde, mag man diskutieren – seit Anfang August ist er es in jedem Fall. Die Öffentlichkeit erfuhr davon gar nichts, vermutlich weil die Journaille und die talkpräsenten Berufspolitiker noch nie ein logarithmisches Diagramm gesehen haben und es auch nicht zu deuten wissen. Ab dem 4. November ist auch der Trend der Sterbefälle klar und eindeutig genug für eine aussagefähige Regressionsrechnung. Der Wiederanstieg der dritten Welle seit Karneval ist klar erkennbar, wird zunächst aber nicht separat berechnet.

Seit dem 25. März zeige ich hier fünf Regressionen:

  1. Den ersten erfolgreichen und vorzeitig abgebrochenen Abfall im April und Mai mit einer Halbwertszeit von 15 Tagen.
  2. Den Wiederanstieg von Tag 143–251, 21. Juli bis 6. November mit Verdoppelung alle 23 Tage.
  3. Die dritte Welle seit ihrem Beginn am Tag 343, 6. Februar (drei Tage vor dem Minimum). Die am 12. April gerechnete Verdoppelungszeit betrug 42 Tage.
  4. Der Steilanstieg der täglichen Sterbefälle von Tag 188–291, 4. September bis 16. Dezember mit einer Verdoppelung alle 11 Tage.
  5. Den Abfall der Sterbefälle ab Tag 343, 6. Februar.[1] Die Halbwertszeit lag am 12. April bei 37 Tagen mit einem deutlichen Trendbruch und Wiederanstieg seit Anfang April.

Zum Vergleich Neu- und Todesfälle für ganz Deutschland

Alte Werte für Köln

Verlauf der in Köln akut Infizierten

Da es sonst niemand tat, und unsere Qualitätsmedien schon gar nicht, zeigte ich hier ab dem 17. März 2020 den Verlauf der Covid-19 Epidemie für Köln. Meine Datengrundlagen waren die Übersichtsseite des Kölner Stadt-Anzeigers und die der Stadt Köln . Dargestellt ist – als dekadischer Logarithmus – die Zahl der jetzt akuten, positiv getesteten Fälle, also alle jemals Gemeldeten abzüglich der Verstorbenen und abzüglich der als geheilt Entlassenen. Daneben zeige ich fünf daraus errechnete Regressionsgeraden:

  1. Der ursprüngliche Trend bis einschließlich Tag 19. Die Verdoppelungszeit von 2.6 Tagen entspricht einem Reff von ca. 2,9[2].
  2. Der Abfall von Tag 36–63, vom 5. April bis 2. Mai. Die Halbwertszeit beträgt ca. 9 Tage und entspricht einem Reff von ca. 0,75.
  3. Den allmählichen Wiederanstieg den ganzen Sommer hindurch von Tag 93 (1. Juni) bis Tag 246 (1. November). Die Verdoppelungszeit von 29 Tagen entspricht einem Reff von ca. 1,10.
  4. Den ab Dezember klar erkennbaren Trend vom 1. November an bis zum Aschermittwoch, 17. Februar = Tag 354. Die Halbwertszeit von 73 Tagen entspricht einem Reff von ca. 0,96.
  5. Zuletzt den Wiederanstieg der dritten Welle seit Aschermittwoch. Die anfängliche Verdoppelungszeit liegt bei 31 Tagen. Der Abfall nach dem Maximum am 23. April = Tag 420 ist eindeutig falsch. Zu den möglichen wahren Werten weiter unten.

Es ist ein unaufbereiteter Screenshot meiner alten und einfachen Tabellenkalkulation.

Verlauf der Covid-19 Fälle in Köln

Kölner Neuinfektionen

Ganz zu Anfang, als noch völlig unklar war, wie und wieweit sich die Ausbreitung eindämmen läßt, wurde die Kapazität des Gesundheitssystems als die kritische Grenze angesehen. Deshalb habe ich für meine Statistik von Anfang an die Zahl der gleichzeitig Erkrankten zugrundegelegt. Nachdem die Eindämmung zunächst weit erfolgreicher war, als von irgendjemandem erwartet, ist jetzt die wichtigste Frage die nach einem neuen Ausbruch. Den sieht man deutlich klarer an der Zahl der täglich neu Infizierten. Wegen der sehr starken Schwankungen habe ich den Durchschnitt jeweils der letzten vier Tage als geglättete Kurve dazugezeichnet. Die Regressionsgeraden zeigen die sehr erfolgreiche Eindämmung im April und Mai, die um Mitte Juli die Epidemie lokal hätte besiegt haben können. Stattdessen sehen wir seit Anfang Juni einen absichtlich politisch gemachten, ungebremsten Neuanstieg. Wegen der starken Schwankung der Einzelwerte brauchen wir bei den Neufällen einen längeren Zeitraum, um eine aussagefähige Regression rechnen zu können. Dieser ist inzwischen (25. Okt.) lange erreicht. Die zweite bis vierte Gerade beruhen wie die im ersten Diagramm auf der Zeit vom 93. bis 246. Tag, vom 1. November bis zum 17. Februar und seit dem Aschermittwoch. Der Abfall nach dem Maximum am 23. April = Tag 420 ist eindeutig falsch. Der mögliche wahre Verlauf steht im nächsten Diagramm.

Zahl der täglichen Neuinfektionen in Köln

Varianten

Seit Anfang Februar 2021 meldete die Stadt Köln auch die Zahl der gefundenen Varianten aus Großbritannien und Südafrika – natürlich nur als völlig sinnlose Absolutwerte, an denen man direkt gar nichts erkennt. Am 2. März bin ich Tag für Tag zurückgegangen und habe die Zahlen extrahiert. Lücken, vor allem die Wochenenden, mußte ich für die Graphik und die Regression interpolieren, was dank kumulativer Angaben leicht möglich war. Was schon Anfang März auffiel, war der unerklärlich steile Abfall der Wildform. Die Halbwertszeit von 36 Tagen paßte schlecht zum oben gezeigten, völlig glatten Verlauf der Gesamtzahl mit seit November konstanten ca. 75 Tagen Halbwertszeit. Seit Pfingsten, genauer 22. Mai, stehen hier korrigierte Werte. In der linken Bildhälfte von oben nach unten die Summe der täglichen Neufälle, die Wild-, die britische und die südafrikanische Form. Mir ist klar, diese Graphik mit vier stark überlappenden Punktwolken ist schwer zu lesen, aber hier soll Vollständigkeit und korrektheit vor Schönheit gehen.

Virusvarianten in Köln

Am Mittwoch den 2. Juni 2021 hatten wir nach Korrektur 196 Neuinfektionen, eine Inzidenz von 85 und eine – dem Anschein nach steigende, also den Anstieg verlangsamende – Verdoppelungszeit von 98 Tagen. Die – korrigierte – Verdoppelungszeit der Wildform von heute 660 Tagen entspricht Reff = 1,00, die Verdoppelung der britischen Variante 37 Tage und Reff = 1,08 und die südafrikanische fällt mit 60 Tagen und Reff = 0,95.

Seit mehreren Wochen in Folge publizierte die Stadt Köln eindeutig gelogene, frei erfundene Phantasiezahlen. Würden die Werte wenigstens zusammenpassen, könnte ich das nicht einmal bemerken. Offenbar ist es den Verantwortlichen völlig egal, und sie versuchen nicht einmal mehr, sich beim Lügen Mühe zu geben. Jeden Tag hatten wir weit mehr neue Mutationen als Neufälle insgesamt, also negative(!) Anzahlen von Neuinfektionen mit der Wildform. Seit Montag 10. Mai waren es -117, -310, -170, -4, -144, -318, -280, (221), -125, -56, -47, -89, (10), (63), -44, (25), -24, -25, -109, (6), (31), (3), -28 und -44 Fälle. Ein Blick auf die Wochen davor zeigt klar, es kann sich um keine Meldeverzögerung handeln. Es gibt nur einen plausiblen Weg, die Angabe zu bereinigen, die als Summe gemeldeten Zahlen sind seit Februar nur die der Wildform. Natürlich ist das geraten – daß ein Fehler vorliegt ist zweifelsfrei, aber für eine sichere Korrektur bräuchte ich Einsicht in die Rohdaten.

Die korrigierten Verläufe sehen im Diagramm oben aber ausnahmslos plausibel aus. Die Wildform zeigt auch nach Korrektur seit dem 23. April, eine Woche nach Verhängen der Ausgangssperre, einen leichten Abfall und die Summe ein Plateau. Das dürfte so stimmen.

In den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen scheint jetzt endlich die Wirkung der Impfungen deutlich sichtbar anzukommen. Auch in den korrigierten Daten zagt sich intzwischen ein deutlicher Fall der Neunfektionen und Inzidenz. Achtung, mangels Zugriff auf verläßliche Rohdaten ist diese Korrektur nur geraten. Sie scheint plausibel, aber ohne jede Garantie, daß sie stimmt.

Bundesweit ist der derzeitige Stillstand im Abfall der Sterberate schwer zu erklären und ein Grund zur Sorge. Die sehr langsame Entspannung auf den Intensivstationen dürfte der teilweise langen Verweildauer jüngerer und vorher gesunder Patienten geschuldet sein. Abgaben über Neuzuweisungen oder Abgänge aus Intensivstationen haben wir nicht, nur Belegungssummen.

Betrachtet man oben den Verlauf der Kölner Fälle dann erkennt man – auch ohne die das Auge führenden Hilfslinen – vier klare, gerade Trendverläufe unterbrochen von zwei Übergangsbereichen. Der erste davon war das Wirksamwerden der Maßnahmen und im zweiten fällt die Lockerung zusammen mit dem Kuddelmuddel der Neubewertung und Teilkorrektur der Daten. Der folgende, dritte Trend war seit Anfang Juni stabil und gerade durchlaufend, bis er Ende September als vierter deutlich nach oben ausbrach. Anfang November begann als fünfter Trend ein Konstantbleiben der Fallzahlen und seit Januar eine dritte Welle.

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1

Als weiterer freier Parameter geht in die Reproduktionszahl die Generationszeit ein, während die Verdoppelungszeit direkt und ohne weitere Annahmen aus den Daten folgt. Ich habe hier wie das RKI mit einer Generationszeit von vier Tagen gerechnet. Beide Werte beschreiben einen (abschnittsweise) exponentiellen Verlauf. Die Verdoppelungszeit ist die Zeit, in der sich der Wert jeweils verdoppelt und die Reproduktionszahl der Faktor, um den er alle vier Tage ansteigt. Sinnvoll ist die Angabe einer Reproduktionszahl also nur, solange der punktweise gerechnete Wert über eine gewisse Zeit konstant bleibt oder für Abschnitte, die wie oben in der logarithmischen Darstellung eine Gerade annähern. Als tageweiser Streuwert ist sie so aussagefähig wie die Temperaturen zweier Folgetage für eine Klimaprognose.

Die Reproduktionszahl ist hier eine sinnlose Angabe. Sie ist ein Parameter in detaillierten Modellbildungen und ein wichtiger Teil der Beschreibung und Charakterisierung eines Erregers in Medizin und Biologie. Hier, bei der reinen Beschreibung und Bewertung einer Ausbreitung aus Beobachtungsdaten, ist sie unpassend und verwirrt nur. Da aber staatliche Stellen neuerdings nur noch diese nennen, gebe ich sie zur besseren Vergleichbarkeit hier auch an.     Zurück

2

Der Beginn stimmt hier ohne sachlichen Grund mit dem des Wiederanstiegs der Infektionen überein, weil es zu mühselig wäre, in einer Tabelle zwei sich täglich ändernde Bereiche mit unterschiedlichen Abszissenabschnitten zu rechnen.     Zurück