Verlauf der gemeldeten Covidfälle in Köln

Zum Seitenende      Home & Impressum

Da es sonst niemand tut, und unsere Qualitätsmedien schon gar nicht, zeige ich hier ab heute (17. März, korr.) den Verlauf der Covid-19 Epidemie für Köln. Dieser Einleitungssatz stimmt nicht (mehr). Ich weiß nicht wie lange schon – ich habe die Seite gerade erst (2. April) gefunden – aber inzwischen zeigt auch die Stadt Köln (etwas versteckt) den Verlauf der Epidemie[1] im Überblick.[2]

Meine Datengrundlage ist die Übersichtsseite des Kölner Stadt-Anzeigers . Dargestellt ist – als dekadischer Logarithmus – die Zahl der jetzt akuten, positiv getesteten Fälle, also alle jemals Gemeldeten abzüglich der Verstorbenen und abzüglich der als geheilt Entlassenen. Daneben zeige ich drei daraus errechnete Regressionsgeraden:
- der ursprüngliche Trend bis einschließlich Tag 19
- ein neuer Trend ab einschließlich Tag 19
- und der Gesamttrend über alle Daten.
Es ist ein unaufbereiteter Screenshot meiner alten und einfachen Tabellenkalkulation.

Verlauf der Covid-19 Fälle in Köln

Inzwischen liegen genug Daten vor, um ab heute, Dienstag 31. März, eine zweite Graphik zu erstellen. Ich zeige hier, wieder in logarithmischer Darstellung, die täglichen Zahlen der Krankenhaus- und der Intensivpatienten. (Die letztgenannten sind in ersteren enthalten.) Dazu auch wieder die für beide Zahlenreihen errechneten Regressionsgeraden. Die beiden Diagramme haben jetzt den gleichen Skalenmaßstab, so daß man die Steigungen direkt visuell vergleichen kann.

Verlauf der Krankenhaus- und Intensivpatienten in Köln

Stand am Abend des Montag, 2020-04-06:

Die Zahl der täglichen Neufälle sinkt seit Freitag stetig. Heute wurden zum ersten Mal in drei Tagen wieder Entlassungen gemeldet, dafür gleich ein ganzer Schwung. Es ist zu früh das zu bewerten und voreilig war ich schon einmal, aber es sieht erfreulich aus. In den Krankenhausdaten sind Fremdeinflüsse durch Nicht-Kölner enthalten, was jede Annahme jenseits des beobachteten Trends fragwürdig erscheinen läßt. Die Verdopplungszeit für die Intensivbetten bleibt bislang unverändert.

Wenn wir die derzeitige Verdopplung der Intensivbetten alle 4.3 Tage pessimistisch unverändert weiter verlängern, dann werden wir die verfügbaren 350 Intensivbetten am 13. und den derzeitigen Maximalausbau auf 1200 am 20. April erreicht haben.

Eines ist klar: Jede Hoffnung, nach den Osterferien die Schule wieder zu öffnen und andere Sperren zu lockern, ist vollkommen illusorisch. Im Gegenteil, wenn wir vermeiden wollen, daß die Welle, wie in Italien, weit über alle Kapazität hinaus weiterschwillt, dann werden wir die Einschränkungen genau dann noch erheblich schärfer anziehen müssen. Wenn der Trend doch noch flacher wird, dann kommt dieser Punkt später, aber er kommt auf jeden Fall. Bevor er da ist, gilt es, sich maximal vorzubereiten. Mit den zu früh ergriffenen Maßnahmen wurde genau das erheblich erschwert.

Derzeit tut die Stadt Köln das einzig richtige und baut schon jetzt ein weiteres Behandlungszentrum mit zusätzlichen 500 Plätzen auf. Das ist der einzig richtige Weg. Auch 1200 Plätze sind aber zuwenig, wenn die erste Welle nicht zusammen mit allen Maßnahmen auf mehrere Jahre ausgedehnt werden soll – oder kann, falls der Anstieg sich wieder beschleunigt.

1200 Intensivfälle entsprechen, wenn die heutigen Trends weiterlaufen, weniger als 20 000 gleichzeitg aktiven Infektionen insgesamt. Wenn diese Zahl erreicht und dann stabil gehalten wird, dann dauert es (bei 14 Tagen Krankheitsdauer) weit mehr als ein Jahr, bis ein Anteil von 60 % Immunisierten erreicht wird – der kleinste irgendwo für das Ende der Welle genannte Wert. Um den derzeit langsamen Anstieg ganz zu stoppen, würde spätestens im Mai eine noch weitere Verschärfung der Maßnahmen nötig sein.

Ganz offensichtlich sind demnach auch 1200 Intensivplätze für die zu erwartende Spitze zu wenig. Inzwischen steigt mein Vertrauen in die Verantwortlichen der Stadt, die allem Anschein nach mit derselben oder einer recht ähnlichen Prognose rechnen.

Auch unter dem reinen Gesichtspunkt der Mitigation müssen jetzt die bestehenden Maßnahmen beibehalten werden. Die heutigen Einschränkungen und Maßnahmen gehen in absehbarer Zeit nicht vorbei, sie werden noch lange anhalten. (Siehe die ausführlicheren Erläuterungen dazu.) Der Zeitpunkt, zu dem es kritisch wird, kommt näher, auch wenn heute noch Zeit zur Vorbereitung bleibt. Nutzen wir sie.

Zum Anfang      Home & Impressum

Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported License Viewable With Any Browser Valid HTML 4.01! Valid CSS!


1

An der Auswahl der darzustellenden Zahlereihen und der Form der Darstellung könnte man sicher noch mäkeln, aber darauf kommt es nicht an. Wichtig ist, daß der Bürger sich überhaupt übersichtlich informieren kann. Eine logarithmische Darstellung, die in einer besseren Graphik als meine natürlich logarithmisch skalierte Absolutwerte und keine Logarithmen als Achsenbeschriftung hätte, wäre natürlich besser und aussagefähiger.     Zurück

2

Die Journaille der Qualitätspresse, deren Aufgabe es wäre, Rohdaten aufzubereiten und für die Allgemeinheit verständlich darzustellen und zu erläutern, und die dafür neuerdings fordert, am Trog der Demokratieabgabe beteiligt zu werden, ist hier weiterhin ein Totalausfall.     Zurück