Was man nicht sagen darf

Die wahren Zensurkriterien der Lesermoderation deutscher Medien

Eine grundsätzliche Erklärung vorab. Wie ich immer wieder gesagt habe, gehören Sites wir taz.de oder berger-odenthal.de allein ihren Eigentümern und nur die entscheiden, was dort stehen soll oder nicht. Das gilt auch beim Anbieten einer Kommentarfunktion. Die Haltung „wir schalten frei, was uns gefällt, und alles andere nicht“ ist völlig korrekt und zulässig. Wenn aber jemand ausführliche „Moderationsrichtlinien“ veröffentlicht, dann soll er sich an genau die auch halten. Genau das gibt die Taz mit ihrer „Nettiquette“ vor zu tun. Tatsächlich hat deren Moderation zahlreiche, auch kritische Beiträge von mir zugelassen. Um so erhellender scheint mir, zu zeigen was genau[1] dort inakzeptabel erscheint.

Eine Regelmäßigkeit springt dabei ins Auge. Während sehr viel Kritik von mir und anderen an „sozialen Medien“ erscheint, ist jede Erwähnung des Geschäftsmodells der „kostenlosen Dienste“ hier wie in anderen Zeitungen vollkommen tabu. Man fragt sich angesichts der Summen, um die es dabei geht, warum.

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29. Dezember 2021
Wenn die AfD über Leichen geht

Desinformation in der Coronakrise

Gerade weil ich der Hauptaussage des Artikels uneingeschränkt zustimme, stören die groben Fehler um so mehr.

„die Hoheit von Wissenschaft und staatlichen Institutionen,“

Der Satz verrät vollkommenes Unverständnis für das, was Wissenschaft ist und sein kann. Wissenschaft ist kein Ergebnis sondern eine Methode. Wissenschaftlich zu denken heißt, alles anzuzweifeln, egal von wem es kommt, und die Bereitschaft, alles anhand der Primärquellen für die Daten und mit eigenem Rechnen nachzuprüfen. Den Kanzelverkündigungen der regierungsamtlichen Wissenschaftler mit derselben tiefen Gläubigkeit blind zu folgen, wie andere den Hildmännern, ist das genaue Gegenteil davon, „der Wissenschaft“ zu folgen.

„die sozialdarwinistische bis latent faschistische Haltung, dass ja „nur“ Alte und Schwache an Corona sterben würden.“

Das stimmt zum größten Teil so. Gehen Sie auf das offizielle „Covid-19-Dashboard“ des RKI und sehen Sie die „COVID-19-Fälle nach Altersgruppe und Geschlecht“ und die „COVID-19-Todesfälle nach Altersgruppe und Geschlecht“ jeweils in der Darstellung bezogen auf den Gruppenumfang an. Die meisten Infektionen hat die Gruppe unter 14 und Todesfälle werden überhaupt erst für die Gruppe ab 35 angezeigt, die immerhin noch die 59-jährigen mit einschließt. Unter 35 sind es so wenige, daß sie hier nur als null gezeigt werden können.

Weichei, das ich bin, lasse ich mich auch gegen eine mehrwöchige sehr schwere und schmerzhafte Krankheit mit dem Risiko dauerhafter Langzeitfolgen impfen. (Selbst der leichte Verlauf meiner geimpften Tochter war mit längerem Geruchsverlsut verbunden.) Das macht die Sachaussage über die reinen Todesfälle aber nicht falsch.

„Die richtigen Zahlen sind beim RKI zu finden und belegen, dass die Behauptung falsch ist.“

Gerade erst mußten drei Minsterpräsidenten dreier Bundesländer auf parlamentarische Anfragen unabhängig voneinander zugeben, in diesem Punkt die Unwahrheit gesagt zu haben. Von zwei Dritteln der Intensivpatienten wurde der Impfstatus nicht erfaßt und ist unbekannt. Diese zwei Drittel wurden für die Statistik pauschal den Ungeimpften zugeschlagen. Von der vermutlich nicht repräsentativen Minderheit derer, deren Impfstatus erfaßt wurde, war eine deutliche Mehrheit vollständig geimpft.

Das bedeutet nicht das, was die Impfgegner behaupten. Einige Punkte nennen Sie im Artikel, vor allem aber ist auch der Impfstatus über die Altersgruppen nicht gleichmäßig verteilt und die Gesamtzahlen müssen für eine Bewertung aufgeteilt werden. Die falsche Interpretation macht aber die Aussage selbst nicht unwahr. Dagegen ist Ihre „Richtigstellung“ nachgewiesen falsch.

Sie tun uns, die wir mit Sachinformation und Argumenten bemüht sind, Impfgegner zu überzeugen, mit solchen leicht nachweisbaren groben Falschaussagen keinen Gefallen.

***

Wegen der Längenbeschränkung mußte ich den Beitrag dritteln, jeweils ein Zitat mit Widerlegung pro Teil. Der erste Teil mit eher philsophischem Geschwafel, in den man zudem eine persönliche Kritik hineinlesen könnte, ging durch. Die beiden anderen mit objektiven, quantitativen Widerlegungen zweifelsfreier Falschbehauptungen nicht.

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28. Dezember 2021
Ein Bürgermeister denkt quer

„Dabei werden Zahlen genannt die einfach nicht stimmen. Genau das machen Coronleugner.“

„Seine Zahlen“ (es ist nur eine) stimmen. Auf dem hier vorliegenden Genauigkeitsniveau – wieviele Patienten liegen in einem kleinen Provinzkrankenhaus insgesamt? – ist 50 % praktisch genau dasselbe wie 60 %. Was tatsächlich hanebüchenen und gefährlichen Unsinnn darstellt, ist die Behauptung, Geimpfte könnten nicht mit monoklonalen Antikörpern behandelt werden. Aber erstens zitiert er hier nur aus dem Gedächtnis (ob wirklich ein Arzt so etwas gesagt haben soll, bezweifle ich, aber unmöglich ist es nicht) und zweitens habe ich zu naturwissenschaftlichen Fakten auch und gerade von Journalisten schon schlimmeres gesehen.

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24. Dezember 2021
Die Dämonen abschütteln

Differenzen mit Freunden und Familie

Ich bin verwundert. Journalisten Honig um den Mund zu schmieren, ist – auch wenn das Lob hier ehrlich gemeint ist – normalerweise der sicherste, der einzig sichere Weg, einen Leserbrief gedruckt zu sehen.

***

Liebe Frau Winkelmann, vielen Dank für diese Gelassenheit. Auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gibt es Impfgegner – von der Mehrheit der Naturwissenschaftler ist keiner dabei. Natürlich lasse ich keine Zweifel an meiner Sicht, für wie irregeleitet ich das halte. Das hindert uns in keiner Weise, Freunde zu bleiben und offen und friedlich miteinander zu reden. Wenn überhaupt einzelne zu aggressivem Fanatismus neigen könnten, dann sind die ausschließlich auf der Seite der Impfgläubigen zu finden.

„Gläubige“ sage ich hier bewußt. Das sind Menschen, für die jeder Zweifel an dem, was die Obrigeit im Fernsehen predigt, an Häresie grenzt und die mit dem Scheiterhaufen scharren. Deren mangelnde Kritikfähikeit ist dieselbe wie derjenigen, die mit demselben festen Glauben den unfehlbaren Hildmanns an den Lippen hängen.

Vielen Dank, daß Sie gegen die irrationale Polarisierung, auch in der Taz, endlich einmal der Stimme der Vernunft das Wort reden.

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22. Dezember 2021
„Im Zweifel ein Gespräch beenden“

Verschwörungstheorien unterm Tannenbaum

„Es ist schwierig, mit Leuten umzugehen, die glauben, dass alle Geimpften sterben werden.“

Ich glaube nicht nur, daß alle Geimpften sterben werden, ich bin fest überzeugt davon und bereit, Wetten in beliebiger Höhe darauf abzuschließen. (Alle Ungeimpften übrigens auch.)

„Es ist möglich, sich mit Faktenfindern vorzubereiten.“

Also kurze, unfehlbare Verkündigungen ex cathedra zum Auswendiglernen? Ja, kann man machen. Man könnte natürlich auch die Primärliteratur lesen, Aussagen an seriösen Datenquellen prüfen und Behauptungen selbst nachrechnen. Es hülfe dabei vermutlich, etwas anderes als Gender Studies gelernt zu haben.

„Genau solche Positionen sind aber anschlussfähig an die extreme Rechte, die ihrerseits den Hass auf das Establishment vorantreibt.“

„Den Haß auf das Establischment“. Meinen Sie sowas wie „macht kaputt, was euch kaputtmacht“ und „haut die Bullen platt wie Stullen“? Das waren also alles rechte, damals. Ich kann mich nicht gut erinnern, 1968 stand ich kurz vor dem Abschluß der Grundschule und 1977 nahm mich, als Physik Erstsemester, das Studium doch ziemlich in Beschlag. Da muß ich mich der überragenden Lebenserfahrung einer 34-jährigen wohl beugen.

Liebe Moderation, mir ist völlig klar, daß dies auf keinen Fall erscheinen wird. Bei drei solchen Knallersätzen in einem einzigen kurzen Interview mußte es trotzdem sein.

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22. Dezember 2021
„Antisemit“ ist ein Werturteil

Meinungsfreiheit und Xavier Naidoo

„Ein Höcke ist da deutlich gefährlicher.“

Ist das auch ein Werturteil oder nach Form und Inhalt nicht eher „eine ehrverletzende Tatsachenäußerung, die belegbar und korrekt sein muss“?

***

Ohne Zweifel gibt es Menschen, die man in guter Gesellschaft eher nicht zitieren sollte. Für die Taz gehören offenbar die Autoren der zu kommentierenden Artikel dazu. Auch gut.

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20. Dezember 2021
Impfpässe im Darknet kaufen

Tipp an Senioren in Bad Bramstedt

Im zweiten Absatz steht allerdings ein Satz, der trotz Rechtschreib- und Grammatikfehlern die Alarmglocken klingeln lässt: „Für denjenigen, die sich nicht Impfen lassen wollen, gibt es im Darknet, ein spezieller Bereich im Internet, Angebote gegen Geld für gefälschte Impfausweise mit personenbezogenen Daten“, schreibt der Beiratsvorsitzende.

Liebe Redaktion, „wem der Weihnachtsrummel der nächsten Tage zu sehr auf den Geist geht, im Görlitzer Park gibt es Drogen zu kaufen.“ Mein Name ist Ihnen bekannt, bitte veranlassen Sie umgehend meine Verhaftung.

Glauben Sie wirklich ernsthaft, ältere, vom Beirat betreute Menschen in der Provinz würden sich auf einen so kryptischen Hinweis hin jetzt spontan massenhaft und professionell im Darknet umtun? Ich bin großstädtischer Akademiker und wüßte nicht einmal, wo ich mit der Suche anfangen soll.

Kann es sein, daß es sich hier um einen etwas schrägen Scherz handelt und daß Ihnen der Sinn für Ironie vollkommen abhanden gekommen ist? Auch wenn wohl nicht nicht von Tucholsky, für Sie wäre kursiv vieleicht doch besser.

***

Einige Zeit später ist ihnen wohl doch aufgegangen, welchen Bock sie da geschossen haben. Zwei andere, ähnliche Kommentare gingen durch durch sowie auch mein zweiter, in Inhalt und Tonfall ganz anderer Kommentar zum selben Artikel.

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16. Dezember 2021
Impfstoffmangel nicht in Sicht

Lauterbachs unrealistische Berechnung

„Es sind beeindruckende Zahlen, die derzeit Tag für Tag aus den Arztpraxen und Impfzentren in Deutschland gemeldet werden: Am Mittwoch wurden 1,5 Millionen Menschen gegen Corona geimpft – und damit mehr als jemals zuvor an einem einzelnen Tag. Der 7-Tage-Mittelwert der Impfungen steigt auf knapp eine Million pro Tag, ebenfalls ein neuer Rekordwert.“

Sind das dieselbe Taz und derselbe Herr Kreutzfeldt, die vor gar nicht langer Zeit die Hausärzte der Großmäuligkeit bezichtigten und das Schließen der Impfzentren bedauerten, weil die Ärzte ja keinesfalls liefern könnten? Dem aktuellen Text ist jedenfalls uneingeschränkt zuzustimmen. Gut, daß die Redaktion der Taz der möglichen Berufung von Karl Lauterbach zum Gesundheitsminster von Anfang an ablehnend und kritisch gegenüberstand. Oder?

***

Nachtrag: Einige Zeit später erst fand ich im Wikipediaartikel zu Karl Lauterbach den folgenden Satz: „Aus seiner Beziehung mit [der Taz Chefredakteurin] Ulrike Winkelmann hat er ein weiteres Kind.“ Das erklärt wohl, warum Herr Kreutzfeldt vielleicht einmal leichte Kritik an Einzelpunkten üben darf, die generelle Lobhudelei für den Gesundheitsminister aber weder erwähnt noch gar kritisiert werden kann.

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16. Dezember 2021
Wer sind die normalen Leute?

„Das ist der Fall, wenn Menschen Steuererhöhungen ablehnen, die sie selbst gar nicht betreffen würden.“

Stimmt. Das ist genauso absurd, wie für den Bau einer Rollstuhlrampe zu stimmen, obwohl man selber prima laufen kann, oder für die Beitragsfreiheit für Einkommensschwache im eigenen Sportverein, die einem selber gar nicht zugutekommt. Es wird dringend Zeit, solchen Quatsch bleiben und endlich Vernunft walten zu lassen.

Andererseits könnte man vielleicht beim Nachdenken über das Steuerrecht und andere Fragen an mehr denken, als ganz allein die eigene Brieftasche. Könnte man, vielleicht.

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09. Dezember 2021
46.000 Verstorbene mehr

Übersterblichkeit in Deutschland

Üblicherweise vergleicht man zur Bestimmung der relativen Sterblichkeit mit einem Mittelwert über mehrere Jahre, oft vier. Hier wird abweichend davon das eine unterdurchschnittliche Jahr 2019 herausgepickt. Reiner Zufall, ich weiß.

***

Siehe auch meinen Blogartikel „Die frei erfundene Übersterblichkeit“.

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24. November 2021
Digitale Gewalt gegen Frauen

Ausgeliefert im Netz

„Dass die Verantwortung auf mich geschoben wurde, war extrem frustrierend“, sagt Weber.

Verstehen und nachvollziehen kann ich den Unmut sehr gut, aber ist er auch berechtigt? „[W]aren nur auf ihrem Laptop gespeichert.“ und „Dropbox [...] war mit ihrem Laptop synchronisiert.“ Mit dem zweiten ist der erste Satz eindeutig unwahr, also entweder eine Lüge oder mindestens eine Dummheit. Es macht einen Unterschied ob eine wichtige Wertsache aus einer verschlossenen Wohnung gestohlen wird, aus dem offenen Auto, oder ob sie in der Straßenbahn liegengelassen wurde. Diebstahl bleibt es in allen drei Fällen, aber eine Mitschuld wird sich der Bestohlene in den beiden letzten Fällen vorwerfen lassen müssen.

Was ist Dropbox überhaupt? Es ist ein kommerzielles Unternehmen, das Mitarbeitern Gehälter zahlt. Wo die herkommen, fragt sich der Nutzer des „kostenlosen Dienstes“ offenbar nicht. Auch ich habe Daten auf einem Server im Netz abgelegt. Aber erstens handelt es sich dabei ausschließlich um solche, auf die ich anderen – teils nur berechtigten Anderen mit Zugangskennung – Zugriff gewähren möchte, und zweitens steht der Server bei einem vertrauenswürdigen und zuverlässigen Anbieter, den ich für seine Leistung selbst angemessen bezahle.

Wer seine Photos selbst in alle Welt verstreut oder ungesichert herumliegen läßt, soll sich nicht beschweren, wenn der eine oder die andere sie aufsammelt.

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24. November 2021
Legalisierung von Cannabis

Wer denkt an die, die bis jetzt für Anbau und Handel kriminalisiert werden?

Bei einem Berlinbesuch habe ich mir an einem Vormittag selbst den Görlitzer Park angesehen. Die Atmosphäre war bedrückend, Frauen sah man keine und Kinder schon gar nicht. Freiwillig würde da, außer aus zwingender Neugierde, keiner hingehen und schon gar nicht länger dort verweilen. Die einzige größere Grünfläche in einem dichtbebauten Areal wurde Familien mit Kindern ersatzlos weggenommen. Hätte das ein „Immobilienhai“ getan, um immerhin dringend gebrauchten Wohnraum zu schaffen, der laute Aufschrei linker Kreise wäre (zu recht) groß gewesen. Aber so? Kriminelle Verbrecher bleiben was sie sind, auch wenn Teile ihres Geschäftes legal sein könnten. Der Alkoholverkauf in der Prohibition hat aus der Mafia keine guten Bürger gemacht, der Cannabisverkauf tut es aus organisierten Dealerbanden auch nicht.

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24. November 2021
Aktivistin über Gewalt gegen Frauen

Familiengerichte halten Gewalt aufrecht, die Mütter durch Kindsväter erfahren

Vor gar nicht so langer Zeit reichte die bloße Beschuldigung aus, um jeden Umgang erst einmal zu unterbinden. Rechtliche Mühlen mahlen langsam und das Zeitempfinden kleiner Kinder ist ein anderes. Wenige Monate Trennung reichen aus, wenn andere Einflüsse dazukommen, um ein vorher enges Verhältnis nachhaltig zu zerstören. Natürlich wäre es in dem Alter auch wieder reparierbar, aber nicht in wenigen Stunden mit Wochenabstand. Das wurde gerade von Müttern schamlos mißbraucht. Ich bin sehr froh, wenn solche Machenschaften heute erschwert werden und konstruierte Sob-Stories werden mich, selbst wenn sie in seltenen Einzelfällen wahr sein sollten, nicht davon abbringen.

Mein Kampf damals war mehr oder weniger erfolgreich und meine längst erwachsene Tochter habe ich nie ganz verloren. Er war aber auch mühsam, belastend, aufwendig und teuer. Damals hatte ich noch etwas ererbtes Vermögen und konnte die mutwillig geschaffenen tausend Entfernungskilometer nicht oft aber regelmäßig überwinden. Hinterher war das Ersparte weg. Wie vielen Vätern sonst geht es so gut und wieviele würden an einer solchen Hürde völlig chancenlos scheitern müssen?

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21. November 2021
Argumente für Nachahmer

Freispruch für Schützen in Kenosha

Kyle Rittenhouse war minderjährig und das Tragen einer Waffe war für ihn, wie Sie selber noch am 31. Oktober schrieben, klar illegal. Seine unbeherrschte Überreaktion beweist auch überzeugend den Sinn dieser Gesetze. Warum tun Sie heute so, als gäbe es die nicht?

Was soll Ihre Polemik mit „nur bewaffnet zu Demonstrationen zu gehen.“? Von Demonstrationen kann hier keine Rede sein. Nach einer Tötung, über die und deren Umstände Gerichte befinden werden, wurde der Ort von Plünderern und Brandschatzern überzogen. Die überforderten Sicherheitskräfte hatten öffentlich um Hilfe gebeten. Daß diese Hilfe, als sie kam, mit Freude begrüßt wurde, schrieben Sie ebenfalls selbst. Bis auf den einen überforderten Jugendlichen, der nie eine solche Waffe hätte tragen dürfen, finde ich keinerlei Hinweis auf irgendwelches Fehlverhalten.

Für die Opfer der marodierenden Horden finde ich, genau wie bei ähnlichen Anlässen in Berlin, nicht eine Silbe des Mitgefühls bei Ihnen.

***

Ich habe oben bewußt nur das geschrieben, was ich mit Quellen aus der Taz selbst belegen konnte. Nicht daß das die Moderatoren besonders beeindruckt hätte. Eine überzeugende Gesamtdarstellung fand ich an anderer Stelle. Die Quelle ist zwar nicht seriös zitierfähig, klingt in meinen Augen aber überaus glaubwürdig.

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19. November 2021
Ein irreführender Indikator

Bund und Länder machen die Hospitalisierungsrate zum bundesweit einheitlichen Corona-Indikator.

Sie haben recht, die Zahlen sind unbefriedigend, aber nicht aus den von Ihnen genannten Gründen. Zum ersten ist es, wie schon von Anfang an, sinnlos, politischen Entscheidungen willkürliche Absolutwerte zugrundezulegen und keine Verläufe. Der Trend der gelben Kurve ist eindeutig und kann, weil sich alle Einflüsse hier erst mit Tagen Verzögerung auswirken, zuverlässig bis zu zwei Wochen extrapoliert werden. Wir wissen genau was kommt, wenn wir jetzt etwas oder nichts tun.

Zweitens müssen ganz einfach alle Meldungen an dem Tag gezählt werden, an dem sie eingehen. Natürlich ist die Verspätung nicht ideal, aber Daten, die noch nicht da sind, hat man einfach nicht. Bei der Inzidenz wird genau das schließlich auch gemacht. Neben den Tageszuwächsen sehen wir da täglich auch die Summe aller Fälle seit Anfang 2020. Würden zurückliegende Tage nachträglich korrigiert, müßten wir das in dieser Summe sehen. Wir tun es nicht. Genau so muß man es natürlich mit allen anderen teilweise verzögerten Daten auch machen. Alles Verfeinerte mag später die Historiker interessieren, heute hilft es gar nichts.

***

Was hier bemängelt wurde, bleibt mir komplett schleierhaft. Regierungsbeschimpfung geht immer, aber Sachargumente sind höchst suspekt. Was, wenn sie von der falschen Seite kommen? Offensichtlich zählt das hier mehr als der Inhalt.

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18. November 2021
Eine laute Minderheit

Eine Mehrheit der Bevölkerung vertraut der Wissenschaft und Forschung

Allein der Wortlaut der Fragestellung zeigt, daß die Macher der Studie keine Vorstellung haben, was Wissenschaft eigentlich ist oder sein soll. Bitte lesen Sie dazu die zu recht berühmte „Caltech-Address“ von Richard Philipps Feynman. Bezeichnenderweise kennt diesen Text auf der einen Seite der von C.P. Snow beobachteten Trennlinie praktisch jeder, auf der anderen fast keiner.

Was hier tatsächlich abgefragt wurde, ist blinde Autoritätsgläubigkeit, solange die Autorität im weißen Kittel daherkommt. Bei echter Wissenschaft spielt es keinerlei Rolle, wer etwas sagt, sondern allein, wie gut er es belegt und begründet. Im Gegenzug setzt das beim Empfänger allerdings die Fähigkeit und Bereitschaft voraus, sich mit diesen Argumenten auch tiefergehend auseinanderzusetzen. Zu viele auf beiden Seiten der Coronaspaltung suchen dagegen lieber einfache Glaubenssätze zum Auswendiglernen, also herausgepickte Soundbites im Fernsehen von Leuten, die durchaus Sinnvolles zu sagen hätten, wenn man sie denn in ganzen Sätzen reden ließe.

Für Berufspolitiker und Parlamentarier könnte es dagegen tatsächlich der bessere Weg sein, Autoritäten zu folgen. Das heißt, sie suchen sich selbst einen Mitarbeiter oder Berater, der tatsächlich die relevanten Primärquellen durcharbeitet und folgen dann dessen Urteil. Hinter den wie Pilze aus dem Boden schießenden „Expertenbeiräten“ verbergen sich nur zu oft gut lancierte Lobbyinteressen.

***

Sehr viel später fand ich im Spiegel diesen Satz des Hirnforschers Gerhard Roth: „Wir müssen unsere Kinder zu offenem Denken erziehen. Sie müssen lernen, Widersprüche und verschiedene Meinungen auszuhalten. Sie müssen verstehen, dass Wissenschaft kein Inhalt ist, sondern eine Methode. Und dass es auch in der Wissenschaft keine Wahrheit gibt, sondern immer nur mehr oder weniger plausible Erklärungen, die sich in einer Diskussion oder im Disput herausbilden.“ [Hervorhebung FAB]

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17. November 2021
Teure Unterlassungen

Wer Ungeimpften die Schuld an der vierten Welle gibt, macht es sich zu leicht.

In Spanien und einigen anderen Länderen ist die Epidemie im wesentlichen durch. Covid ist dort jetzt endemisch und eine der zahlreichen anderen mehr oder weniger gefährlichen "Kinderkrankheiten". Sie alle sind für Kinder vergleichsweise harmlos, aber gefährlich für den, der sie erst im Alter bekommt. In Deutschland geht es dagegen jetzt erst richtig los. Vergleichen kann man erst, wenn alle auf dem gleichen Stand sind und alle Kosten und Schäden auf dem Weg dahin feststehen.

Interessant ist auch der Vergleich zu Weißrußland, wo konsequent gar nichts unternommen wurde. Deren Covidstatistik mag man begründet anzweifeln – wer nicht hinschaut sieht auch nichts. Die Gesamtsterbezahlen und die Übersterblichkeit sind aber unbestechlich und man sieht keinen signifikanten Unterschied. Auch da zeigt sich, daß die schlechten Zahlen bei uns jetzt erst ankommen, derzeit sind hier die aktuellen Werte schlechter als in den beiden anderen. (Johns Hopkins, ourworldindata.org)

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Formal ist der erste Satz eine unbewiesene Behauptung. Er nimmt aber nur fast wörtlich eine der Hauptaussagen des Artikels auf. Alle anderen Angaben sind entweder offensichtlich und mit unangreifbaren Quellenangaben versehen.

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15. November 2021
Eine Impfpflicht ist zumutbar

Ausschlaggebend für den Kommentar war der Satz: „hatten allen voran FDP- und CDU-Politiker*innen geradezu mantrahaft beschworen, eine Impfpflicht werde es nicht geben“.

***

Nur CDU und FDP also, auf keinen Fall die „Guten“.

„Eine Impfpflicht, wie Thomas Fischbach sie für bestimmte Gruppen fordert, lehne ich ab“, so Lauterbach. „[...] sehe ich auch keinen Grund dafür, eine Impfpflicht für Ärzte und Pfleger einzuführen“,

So Karl Lauterbach im Ärzteblatt vom 29. September 2021 . Im Herbst und Winter 2020 war das einhellige Geschrei in dieser Vorfestlegung noch viel lauter. Natürlich war es auch da schon unsinnig und natürlich habe ich das auch dann schon gesagt – nur in der Taz stand zu der Zeit noch wenig Kritik an dieser Pauschalablehnung.

Und zum wiederholten Male: Ja die Impfung schützt auch dagegen, das Virus irgendwo einzuschleppen. Dieser Schutz ist aber ein (zu) schwacher und senkt das Risiko nicht einmal auf ein Viertel. Die höheren Werte gelten nur für den Selbstschutz gegen schweren Verlauf. Es bleibt damit unumgänglich, vor dem Kontakt zu Hochgefährdeten auch Geimpfte zu testen. Frisch getestet besteht zwischen Geimpften und Ungeimpften aber so gut wie gar kein Unterschied mehr.

***

Vier Tage später ließ ein Kommentar von Malte Kreutzfeldt die Katze aus dem Sack, warum das unzweifelhaft korrekte, gut belegte und rezente Zitat Anathema für die Redaktion sein mußte: „Ein erster Schritt sollte dabei sein, Karl Lauterbach zum Gesundheitsminister zu machen. Wenn die SPD diesen Fachmann, der die Krise so gut versteht und erklären kann wie kaum ein anderer, bei der Regierungsbildung übergeht, wäre das ein weiterer schwerer Fehler.“

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06. November 2021
Angeschossener im Kreuzverhör

„Seine Erklärung, er habe bei der ersten Befragung, also wenige Stunden nach dem Schuss durch seine Schulter und seinen Oberarm, unter dem Einfluss starker Schmerzmittel gestanden, ignorierten Günal und Krösing dagegen konsequent.“

Das mag sein. Er war aber offenbar Teil einer Gruppe und die Polizei wird ja wohl sicher sofort am Abend bei der Aufnahme des Tatbestandes mit allen gesprochen haben. Die Beleidigungen hätten, wenn sie gefallen sind, allen gegolten und wären bestimmt lebendig präsent gewesen.

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Es kommt nicht darauf an, daß jemand nach ausführlicher gemeinsamer Absprache Tage später eine frei erfundene Geschichte auftischt, sondern allein darauf, wer es tut.

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05. November 2021
Alte Menschen zahlen mit dem Leben

Für Pflegekräfte wird es vorerst keine Impfpflicht geben

Ohne Zweifel ist es richtig, daß viele Pflegebedürftige unnötig früh sterben – der Einfluß von Einsamkeit und Isolation kann kaum überschätzt werden, der Wert einfühlsamer Pflege auch nicht.

Es stimmt, das Risiko eine Infektion einzutragen ist bei Geimpften Pflegekräften deutlich kleiner, ein Viertel oder realistisch eher ein Drittel dessen von Ungeimpften. Das Risiko, das von einem frisch Getesteten ausgeht, ist dagegen ein Zwanzigstel oder weniger. Rechtfertigt das diese Hetze, insbesondere ausgehend von Menschen ohne medizinische Ausbildung gegen solche, die mit Krankheit und Tod täglich zu tun haben?

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03. November 2021
Im Zweifel für den Profit

Facebook investiert zu wenig in die Sicherheit der Nutzer:innen

Auch die Autorin tut wieder einmal so, als gäbe es zwischen Facebook und konkurrierenden Angeboten einen Unterschied. Alle diese Angebote eint dasselbe Geschäftsmodell. Mit „kostenlosen“ „Diensten“ wird die Ware angelockt und gewinnbringend an die eigentlichen Kunden vermarktet. Das gesamte Handeln der Anbieter ordnet sich naturgemäß den sich daraus ergebenden Zielen unter.

Das Internet und alle seine Dienste kosten Geld. Wer einen solchen Dienst nutzt, ohne zu verstehen, wer, warum und wie dafür bezahlt, und darüber nicht äußerst vorsichtig und mißtrauisch wird, der möge sich auch die Million vom nigerianischen Prinzen schenken lassen.

Ich nutze nur seriöse Angebote, nicht obwohl sondern weil die Geld kosten und von mir bezahlt werden. Seelenverkäufer sind hier schon im Router gesperrt.

***

Und wieder einmal, moralisierendes Gejammer ist erlaubt und erwünscht, das Geschäftsmodell dieser „Medien“ darf auf keinen Fall erwähnt werden.

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02. November 2021
Der rechte Rechtsprofessor

Ralph Weber war AfD-Landtagsabgeordneter. Jetzt ist er wieder Professor

Jura ist keine Moral- und Glaubenslehre sondern vermittelt nach eigenem Selbstverständnis obejektive Rechtstatsachen. Ich selbst hatte einen hervorragenden Dozenten, bei dem ich sehr viel gelernt und behalten habe der mir aber persönlich und menschlich zutiefst unsympathisch war und ist. Und leider gleich mehrere, bei denen das genaue Gegenteil der Fall war.

In meinem Fach kenne ich gute und schlechte Ingenieure aber die Statik linker und rechter Brückenpfeiler wird exakt gleich berechnet und politische Vorlieben des Ausführenden spielen keine Rolle dabei. Auch Juristen wie Schily und Ströbele haben nicht ausschließlich bei linken Dozenten gelernt und sind trotzdem als Anwälte erfolgreich geworden.

***

Keine Ahnung, was hier den Ausschlag gab. Möglicherweise die häretische Idee, Wissenschaft sei objektiv und habe sich nicht den Vorgaben des Zentralkomitees unterzuordnen. Offenbar wurden ML und das „Gesellschaftswissenschaftlichen Grundstudium“ bei mir in Aachen im äußersten Westen zu sehr vernachlässigt.

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01. November 2021
Zu Besuch bei den Braunburschen

Ende November will Klaus Püschel eine Lesung bei einer schlagenden Verbindung halten

Sollte dem Autor der Unterschied dazwischen, jemanden als Mitglied aufzunehmen und jemanden als Referenten einzuladen, wirklich nicht geläufig sein? Übrigens, intelligente Menschen hören und lesen nicht nur die, deren Meinung sie vorher schon teilen. Andere fühlen sich, siehe nebenstehender Artikel , nur in der eigenen hermetisch geschlossenen Blase wohl.

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01. November 2021
Hass ist eine Form von Gewalt

Der Youtuber „Drachenlord“ wurde wegen Körperverletzung verurteilt

Die Arbeitsweise von Youtube und anderen Seelenhändlern läßt sich am ehesten mit der eines kommerziellen Anglers vergleichen. Der Köder wird gekauft und darf ruhig auch etwas kosten. Bis zu 6000 Euro erhielt der „Drachenlord“ im Monat. Mit diesem Köder fängt man die eigentliche Beute und der Kunde zahlt offenbar – warum sonst sollte man es tun? – ein Vielfaches der für den Köder verauslagten Summe. Glaubt ernsthaft jemand, hunderte mehr oder weniger gebildeter Menschen, der Anteil der Medizinstudenten soll hoch sein, reisten selbstbestimmt und aus freier Entscheidung mit eigenem Geld über hunderte Kilometer an, um einen Einzelnen über dessen Gartenzaun zu beleidigen? Ist das reifliche Abwägug einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung oder doch eher hilfloses Zappeln am Haken? Und noch eines ist gleich. Wenn überhaupt wird an die Beute und möglichen Beifang gedacht, für Nachhaltigkeit und sanften Tod gesorgt und mit Siegeln und Compliance-Beauftragten sichtbar vorgezeigt. Um mögliches Leiden des Köders kümmert sich keiner.

Ohne diesen eingentlich lenkend Handelnden im Hintergrund, wenn man, wie auch hier wieder, nur den „Lord“ und die „Haider“ betrachtet, wird man das Phänomen nie verstehen können. Betrachtet man das diesbezügliche Schweigen der gesamten Berichterstattung überall, scheint das auch gar nicht gewollt zu sein.

***

Welche wirtschaftlichen Interessen sind es, die jedes Kratzen an der Fiktion, Youtube und andere seien „soziale Medien“, und jede Beschreibung des Geschäftsmodells und dessen Nutznießer konsequent unterdrücken?

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01. November 2021
Prozess gegen Todesschützen

„Hingegen gestattet er den Verteidigern, dass sie die Opfer als Plünderer, Brandschatzer und Krawallmacher bezeichnen.“

Das geht natürlich gar nicht, denn

„Am Rand der Proteste gegen Polizeigewalt war es in Kenosha auch zu Plünderungen und Bränden gekommen.“

Die Dinge sind einfach so „gekommen“, als Naturgewalt. Vielleicht eine Klimafolge? Auf keinen Fall wurden sie von gewalttätigen Verbrechern aktiv begangen. Das erinnert an die nachbarschaftlichen und friedlichen „Demonstranten“, die in Berlin in einem geordneten Schweigemarsch (oder so) ihrem Kummer über die Räumung eines Hauses Ausdruck gaben. Hoffentlich haben linke Journalisten inzwischen ihre Auto angemessen gekennzeichet – nicht daß es da noch einmal zu Verwechslungen käme. (Wer die Anspielung nicht versteht, möge nach Elke Wittichs Auto gugeln. Das Abbrennen von „teuren Firmenwagen“ auf offener Straße findet sie nach eigenem Bekunden übrigens vollkommen in Ordnung.)

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30. September 2021
Staatliche Gelder für Querdenker

Die Verschwörungsideologen von „Die Basis“ kamen am Sonntag auf 1,4 Prozent der Zweitstimmen. Damit profitieren sie von Parteienfinanzierung.

Sie haben recht, man kann das bedauern. Ich bedaure weit mehr die wirklich großen Summen, die an Parteien mit Macht und Einfluß gehen. Ein Ausmaß der staatlichen Parteienfinanzierung wie bei uns gab und gibt es sonst nur im ehemaligen Ostblock und in Scheindemokratien mit Einparteiensystem.

Wer über die Zahlungen an die „Basis“ klagt, sollte auf jeden Fall aber auch den Augenzeugenbericht „Die grünen Abzocker“ von Vera Lengsfeld lesen, auf ihrem Blog vom 2021-07-12.

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27. September 2021
Das war die Bundestagswahl 2021
Katja Kipping über Linken-Absturz

Tobias Schulze: „in großer Zahl ins Nichtwählerlager: Über 800.000 ehemalige AfD-Wählerinnen haben dieses Jahr nicht wieder abgestimmt.“

Anna Lehmann: „Über 1,4 Millionen Wählerinnen sind von der Linken zu SPD und Grünen abgewandert.“

Daß den beiden Autoren die Richtigkeit von Zahlenangaben ganz offenbar vollkommen egal ist – der Fehler bei der AfD beträgt immerhin 370 % – ist die eine Sache. Aber war den beiden wirklich nicht vorher klar, daß in der gedruckten Ausgabe direkt daneben Tabellen und Diagramme mit den korrekten Werten stehen würden?

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23. September 2021
Erdgaspreise im Höhenflug

Der Winter könnte teuer werden.

„Hinzu kommt, dass britische Energieversorger die gestiegenen Einkaufspreise wegen gedeckelter Verbraucherpreise nicht weitergeben können und nun teilweise vor dem Ruin stehen.“

Gut erkannt. Und weil sich das bei der Energie so bewährt hat, wollen Sie es auf den Wohnungsmarkt übertragen. Das Verbilligen der vorhandenen Wohnungen ändert am Mangel für die vergeblich Suchenden genau gar nichts, es ist aber ein wunderbarer „Anreiz“, für alle, die sonst neue Wohnungen schaffen könnten. Schwarzmarktpreise halten sich genau so lange, wie staatliche Marktregulierung das Entstehen schwarzer Parallelmärkte begünstigt und fallen ohne sie wie einst unter Erhard schlagartig in sich zusammen.

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23. September 2021
Keine neue Wohnung

Leerstand in Prenzlauer Berg

„Um die Miete erhöhen zu können, habe der Konzern unter anderem geplant, in seiner 31-Quadratmeter-Wohnung ein vergrößertes Bad zu platzieren, mit schicker Badewanne und beheiztem Handtuchtrockner.“

„Laut Zweckentfremdungsverbotsgesetz ist es verboten, Wohnungen länger als 3 Monate ungenutzt zu lassen.“

Ich besitze in Düsseldorf eine, in Worten „eine“, Wohnung, bin also einer der von Ihnen so geschmähten Umwandlungsgewinnler – Sie kämpfen ja für den Erhalt der Konzentration des Eigentums auf wenige Großgrundbeitzer. Auch ich habe gerade nach dem Auszug eines sehr langjährigen Mieters ein komplett neues Badezimmer einbauen lassen. Ohne das wäre die Wohnung heute schlicht nicht mehr vermietbar gewesen. Die Kosten betrugen rund 200 Nettokaltmieten nach Abzug der nicht umlagefähigen Beiträge an das Gemeinschaftseigentum. Dem durchaus erfahrenen und fähigen Makler gelang es übrigens nicht, die Wohnung für mehr als den vorherigen Preis zu vermieten.

Während des Umbaus stand sie fast ein ganzes Jahr leer. Natürlich lag das nur daran, daß es für mich ein ungeheuer gewinnträchtiges Geschäftmodell darstellt, viele Monate ohne jede Einnahme die Fixkosten weiterlaufen zu lassen, und keineswegs an der Unmöglichkeit, früher und schneller arbeitende Handwerker zu finden.

Ganz klar, die große Weitsicht Linker Regulierer im zentralen Planungsbüro wird den Wohnungmangel Berlins in kürzester Zeit beheben. Was sonst?

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21. September 2021
Schlechter Einfluss aus den USA

Falschinformationen zur Bundestagswahl

Ich war schon 2008 gegen die völlige Freigabe der Briefwahl.

Bei der bayerischen Landtagswahl 1978 hatten in einem von Nonnen geführten Altenheim in der CSU-Hochburg Raum Würzburg alle Zivildienstleistenden am Wahlwochenende zwangsfrei und mußten nach Hause fahren, ob sie das wollten oder nicht. Ich kann es natürlich nicht beweisen, bin aber überzeugt die Wahlbeteiligung unter den nicht ansprechbaren Schwerstpflegebedürftigen betrug 100 %.

Zwanzig Jahre lang saß ich bei jeder Wahl im Wahllokal. Wir haben auch Kinder nicht mit in die Kabine gelassen, wenn sie alt genug waren, um lesen und schreiben zu können. Gerade in dieser Zeitung wurde der Anstieg der häuslichen Gewalt unter Lockdown thematisiert. Die Sicherstellung des Wahlgeheimnisses und der Wahlfreiheit auch vor dem Lebenspartner interessiert, wie es scheint, niemanden.

Zweimal habe ich auch Briefwahlstimmen ausgezählt. Natürlich war jeder Wahlschein odnungsgemäß unterschrieben. Wie hätten wir festellen sollen von wem? Obwohl es nahezu umöglich festzustellen ist, gibt es etliche Fälle von nachgewiesenem Briefwahlbetrug, siehe Wikipedia .

Es gibt einen Grund, warum im Gegensatz zur DDR die Benutzung der Wahlkabine verpflichtend und das Herzeigen des ausgefüllten Stimmzettels streng verboten ist. Will man diesen Schutz wirklich für inzwischen die Hälfte aller Wähler komplett abschaffen?

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21. September 2021
Duma-Wahlen in Russland

Sie sind überschattet von massiven Vorwürfen von Wahlbetrug.

„Dieses Programm richtete sich jedoch in erster Linie an einkommensschwache Wähler,“

Bei Wahlen in z.B. den USA oder Deutschland ist jedes Mal Ihr Geschrei groß, wie unterrepräsentiert gerade dieser Teil der Wahlberechtigten sei. Jetzt wird etwas dafür unternommen, die Zusammensetzung der Wähler jene der Gesamtbevölkerung etwas besser abbilden zu lassen, und es ist auch wieder nicht recht.

Was sagte Brecht zum Volk, das das Vertrauen der [Presse] verloren hat?

„Seine Mitstreiter entschieden sich für das „schlaue Wählen“.“

Bei 60 % Nichtwählern würde ich mit der Suche nach nach den weniger Schlauen an anderer Stelle anfangen.

„Moskau begründete die Beschränkung mit Bedenken wegen der Corona-Pandemie – ein Argument, das oft herhalten muss, um restriktive Maßnahmen zu ergreifen.“

In Moskau. In Berlin natürlich nie.

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31. August 2021
Wohltäter mit Schlagseite

„Auf die andere Seite weisen mehrere Anschläge auf Baustelleneinrichtungen hin, verübt von Linksextremisten“

Verstehe ich das richtig? Allein die Tatsache, daß jemand von kriminellen Gewaltverbrecher*innen der Antifa angegriffen wird, reicht dem Autor als Beweis, er müsse ein böser Mensch sein? Nun könnte man meinen, das sei nur die stimmungsmachende Einleitung und die Substanz der Vorwürfe werde nachgeliefert. Aber es bleibt ähnlich dünn.

Zwei weitere Punkte fallen auf. Übertritte von Parlametarier*innen zu einer anderen Partei und/oder Fraktion sind alles andere als selten. Die Mitmahme des in aller Regel der Liste und nicht der Person erteilten Mandats habe ich dabei stets und bei jeder kritisiert. (Ich selber habe bei meinem Austritt aus der Odenthaler FDP-Fraktion mein Mandat, errungen auf dem dritten von fünf erfolgreichen Listenplätzen, selbstverständlich an einen Nachrücker zurückgegeben.) Aber die Bezeichnung dieses Vorganges als "Dersertion" ist in meiner Zeitungslektüre (ein breites Spektrum über Jahrzehnte) bisher einmalig.

Mehrere Empfänger*innen eines Friedenspreises werden im Artikel als „Figuren“ bezeichnet. Eine solche Wortwahl in Leserkommentaren führt in aller Regel und völlig zu recht zu deren Löschung.

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30. August 2021
Ein Herz für Reiche

Steuerpolitik im TV-Triell

„Es wäre höchst erstaunlich, wenn die Verfassungsrichter den Soli beanstanden würden. Er ist nämlich eine normale Steuer.“

Eine ganz normale Steuer also. Als ich 1995 bei der Einführung schon sagte, es sei ganz einfach eine Steuererhöhung und sie würde nie wieder abgeschafft, genausowenig wie die befristete Sondersteuer zum Aufbau der kaiserlichen Kriegsmarine oder in England die befristete Sondersteuer zur Abwehr der napoleonischen Bedrohung, wurde mir allseits widersprochen. Damals las ich die Taz noch nicht. Wo waren Sie, haben Sie das damals auch schon genauso gesehen?

In den offiziellen Verkündungen war es auf jeden Fall ganz anders. Es sei gerade keine Steuer, deshalb heiße es ja auch nicht so sondern eben „-zuschlag“. Und über sehr viele Jahre, möglicherweise bis heute, wurde der Solidaritätszuschlag in allen Zeitungen bei internationalen Vergleichen der Steuerlast nicht mitgerechnet, denn es sei ja keine Steuer sondern ein ausdrücklich befristeter Zuschlag. Das Gefühl, die Belastung sei in Deutschland höher als anderswo, beruhe demnach auf reiner Einbildung und sei von den Tatsachen nicht gedeckt.

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21. August 2021
Unterschätzte Errungenschaften

Um die Solidarsysteme auszubauen, sollte auch die Mittelschicht höhere Abgaben zahlen.

„Die höhere Besteuerung von Besitz würde eher akzeptiert, wenn klar wäre, was man damit finanziert.“

Noch jede neue Steuer wurde dem Wahlvolk mit Beschreibungen der Wohltaten schmackhaft gemacht, die daraus angeblich verteilt werden sollten. Eine Steuer ist aber prinzipbedingt nicht zweckgebunden, jede Einnahme landet im allgemeinen Topf und wird für alles mögliche verbraten. Alles Zweckgebundene sind Gebühren und der weitere Verlauf des Artikels macht deutlich, wie sehr die Autorin den Unterschied ganz bewußt und gezielt vertuscht und verschleiert.

Was mit Steuern tatsächlich passiert, steht jedes Jahr neu im Schwarzbuch ds Bundes der Steuerzahler. Daß dieses auch nach Jahrzehnten nie dünner sondern immer nur dicker wird, beweist unzweifelhaft, wie wenig jenen, die unkündbar und pensionsberechtigt von Zwangsabgaben anderer leben, deren Geld und Arbeit wert ist. Solange beim Mittelstand überhaupt noch etwas zu holen ist, ist an Sparen dort nicht zu denken.

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15. August 2021
Nach Miete unterm Existenzminimum

Hohe Wohnkosten in Deutschland

Damit eine Wohnung zur Miete angeboten werden kann, muß sie, wenn schon keinen Ertrag erwirtschaften, doch wenigstens ihre Kosten tragen. Was glauben Sie denn, wo alle die Lasten, die der „soziale“ Staat den „reichen“ Vermietern ständig zusätzlich aufbürdet, letztlich ankommen, ankommen müssen? In Berlin reden Sie gerade vom Enteignen. Der Staat, den die Partei „Die Linke“ vierzig Jahre lang allein regierte, weigerte sich, vermietete Wohnhäuser als Geschenk anzunehmen. Er wußte warum.

***

Diesen Beitrag habe ich nicht abgeschickt. Der Artikel war, als er in der gedruckten Ausgabe erschien und ich ihn zum ersten Mal sah, schon 11 Tage alt.

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09. August 2021
Die Pflicht der Regierenden

Ein Impfpflicht will die Politik vermeiden.

Frau Zinkant schlägt über Impfgegner einen Ton an, der an Atilla Hildmann über die Regierung erinnert. Muß das sein? Vor allem aber, was soll dieser Beitrag jetzt? Wo war denn die Taz, als die Regierung sich vollkommen unnötig und voreilig gegen jede Impfpflicht positionierte und ich das von Anfang an für falsch hielt? Damals fand die Debatte statt und damals wäre der Beitrag hilfreich gewesen. Jetzt ist jede Pflicht so oft, so lange und so apodiktisch ausgeschlossen worden, daß ein Zurück kaum möglich scheint.

Hinterher recht zu haben mag der Autorin ja ein warmes Gefühl vermitteln, aber als Stimmen wie diese gebraucht wurden, war von der Taz wenig zu hören.

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06. August 2021
Kein Selbstbedienungsladen

Karlsruher Urteil zum Rundfunkbeitrag

Wie heißt es in allen Vorsorgemerkblättern? „Schalten Sie Rundfunk und Fernsehen ein.“ Wo war denn der WDR in der Flutkatastrophe? Der von manchen Seiten gemachte Verweis auf irgendwelche Werbe- und Dudelprogramme, die kein Mensch kennt und noch weniger hören, kann doch hoffentlich nicht ernst gemeint gewesen sein. Nichterfüllung der Vertragspflichten entbindet den Kunden regelmäßig von der Zahlungspflicht – zumindest außerhalb mafiöser Erpressungsstrukturen ist das so.

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03. August 2021
Asyl für mehr Afghanen

„Ihre Flucht aus Afghanistan müssen sie ohne Hilfe aus den USA organisieren.“

Das sind ideale Ausgangsvoraussetzungen. Afghanen haben traditionell enge Bindung an große Familien und werden damit perfekt erpreßbar. Das Stockholmsyndrom ist real. Wer hat bessere Chancen, „seine Fucht selbst zu organisieren“ als ein Islamist, der von den Taliban ausgeschleust wird?

Amerika sollte sich, genau wie Deutschland, in Grund und Boden schämen. Leider haben gerade die politisch Verantwortlichen das bei weitem geringste Risiko, Opfer islamistischer Anschläge zu werden.

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02. August 2021
Ein Jubiläum mit Gewalt

Coronaproteste am Wochenende

Es war nicht ganz einfach, zu diesem Thema den richtigen Ton zu finden. Entweder die 5000, die trotz Verbot dennoch anreisten, sind zu verurteilende Gesetzesbrecher – eine Argumentation, bei der links denkende Journalisten von der schreibenden Zunft einen enormen Vorteil gegenüber denen ausspielen, die dabei auch noch ihre Stimme und Gesichtszüge unter Kontrolle behalten müssen – oder die gut 15000, die sich an das Gesetz gehalten haben und des Verbotes wegen nicht angereist sind, beweisen die abflauende Kraft einer sterbenden Bewegung. Den beiden Schreibern dieser Kolumne gelingt es tatsächlich, im selben Text gleich beides anzudeuten.

Vollständig ist der Bericht aber nicht. Wo bleibt denn die Zahl der brennenden Autos, der eingeschlagenen Scheiben und der geplünderten Geschäfte? Sollte wirklich, die zu erwähnen, diesmal völlig vergessen worden sein?

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19. Juli 2021
Mangelnde Empathie für Terror-Opfer

Nach dem Anschlag in Halle beklagten Zeugen das unsensible Verhalten von Polizisten.

Mangelnde Empathie mag stimmen. Solange der Täter nicht gefaßt war, stand Lebenschützen im Vordergrund und andere Befindlichkeiten mögen unter dem Druck mißachtet worden sein. Ich verstehe, daß jemanden, der gerade den wichtigsten Tag des Jahres begeht, das trifft.

Aber mangelnde Kenntnis? Man möge doch bitte einmal diejenigen, die diesen Vorwurf erheben, über andere ungefähr gleich große Minderheiten befragen. Wer sind Aleviten und Alaviten und was ist der Unterschied? Was sind die Besonderheiten der koptischen, der äthiopischen und der syrischen Kirchen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Alle die gibt es in Deutschland auch und Polizisten sind keine Berliner Studenten, die sich intensiv mit Religion auseinandersetzen.

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13. Juli 2021
Der digitale Strippenzieher

Corona-Leugnung auf Telegram

Rein technisch sind Telegram „Kanäle“ genau wie z.B. Mailinglisten geschlossene Gruppen. Zugegeben, der Beitritt wird für jeden, der den Namen kennt, extrem leicht gemacht. Dennoch lesen deren Inhalte nur die, die sich bewußt und aktiv dafür entschieden haben. Niemand sonst wird damit behelligt. Das ist u.a. auf Youtube ganz anders. Sind nicht auch Sie unter denen, die immer ganz besonders laut schreien, wenn Strafverfolgungsbehörden das private Gespräch hinter verschlossenen Wohnungstüren belauschen wollen und setzen nicht auch Sie sich ständig für das „Recht“ auf anonymes Verleumden ein, das es erschwert den Hetzer zu belangen und stattdessen das Medium angreift? Auch hier in diesen Kommentaren fehlt die Realnamepflicht!

Im Gegensatz zum verteufelten Telegram werden Youtube, Facebook und Twitter wieder einmal in den Himmel gelobt. Alles sind kommerzielle Unternehmen mit riesigen Gewinnen. Die „Teilnehmer“ der kostenlosen „Dienste“ sind dabei die Ware, die den eigentlichen Kunden dieser Unternehmen wohl nicht ohne Grund sehr viel Geld wert ist. Es reicht dagegen nicht, die Skripte zu sperren, die fast alle Seiten im Netz verseuchen. Ein einziges eingebundenes und von deren Serven geladenes Icon reicht aus, diesen Kraken den vollständigen Fingerabdruck des Besuchers auszuliefern mit detaillierter Information, welche Seite er wann und von welchem Ort aus (typisch wenige Kilometer genau) gerade besucht. Das einzige Mittel dagegen ist, alle diese Domains – und schon die Zahl derer, die ich kenne, ist hoch zweistellig – bereits im Router zu sperren. Wer außer mir macht das? Alle anderen werfen auch der ÖR-Rundfunk und fast alle Zeitungen diesen Räubern zum Fraß vor. (Die Taz ist zugegeben etwas besser als die meisten.)

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06. Juli 2021
Höhere Impfquote erforderlich

„Zu diesem Ergebnis kommt das Robert-Koch-Institut in einer neuen Prognoserechnung“

Wenn ich so etwas lese, Herr Kreutzfeldt, geht mir regelmäßig der Hut hoch. Rechnen sollten Journalisten mit Abitur doch eigentlich selber können, oder? Und gehört es nicht zu den Regeln guten Journalismus’, Meldungen zu prüfen statt nur nachzubeten? Die eigentliche Rechnung geht hier nicht über die Mathematik der Grundschule hinaus. Was zählt sind die Werte der dort eingesetzten Parameter. Die hätte ich gern genannt, und die Quellen dazu, und keine reinen Glaubenssätze der Herrn im weißen Kittel von der Verkündigungskanzel herab. Ist das heute von einer Qualitätszeitung wirklich zu viel verlangt?

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28. Juni 2021
Deltavariante bedroht Reisepläne

Die Einreisekontrollen aus Risikogebieten seien zu lasch, kritisieren Politiker.

„Die Ausbreitung der Deltavariante in Europa sorgt für Alarmstimmung“

Das könnte durchaus stimmen, wissen kann es niemand. Nirgends, auch und gerade in der Taz nicht, gibt es Zahlen dazu. Im letzten Sommer begann der exponetielle Wiederanstieg mit einer Verdoppelung der Fallzahl alle 30 Tage ungefähr im Juni, war spätestens im Juli klar erkennbar und lief bis Ende Oktober gleichmäßig und unverändert durch. Gesagt hat uns das niemand, die gesamte Presse, die Taz eingeschlossen, hat den ganzen Sommer hindurch abgewiegelt. Ja, ein exponentieller Verlauf sieht sowohl in den absouten Zahlen als auch in den Zuwächsen zunächst für lange Zeit vollkommen harmlos und vernachlässigbar aus. Wie war noch einmal der Anspruch des Qualitätsjournalismus an sich selbst? Immerhin gab es für jeden gut verfügbar die Rohdaten und jeder mit mindestens der mittleren Reife konnte den Verlauf problemlos selbst rechnen.

Das ist heute anders. Nirgend finde ich eine einzige quantitative Angabe, eine Zeitreihe, aus der sich Verläufe erkennen ließen, gleich gar nicht. Alles, das der Bürger bekommt, ist alle vierzehn Tage ein neuer Name für dieselbe Variante und wie in der Altorientalistik darf er sich Synonymlisten desselben Begriffen in einem halben Dutzend verschiedener toter Sprachen anlegen. So hält man den Bürger beschäftigt und abgelenkt. Statt Sachinformation hält man dann Ablaßpredigten wie im frühen 16. Jahrhundert. Nicht Delta war es damals sondern der Satan und seine nächtlichen Inkubi, die Form und der Mangel jeder Konkretheit waren exakt dieselben.

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28. Juni 2021
Wo sich Krebsfälle häufen

In der Gemeinde Friedland sind mehr Menschen an Krebs erkrankt, als statistisch zu erwartbar wäre.

„[A]ußerhalb des Erwartungsbereichs“ also. Außerhalb welchen Erwartungsbereiches verraten Sie uns natürlich nicht, es gäbe da etliche zur Auswahl. Nehmen wir einmal das wohl weitestverbreitete 95-%-Intervall an, also den Bereich, der einen neuen, unbekannten Meßwert mit 95-%-iger Wahrscheinlichkeit richtig voraussagt. Dann liegt zwangsläufig und per Definition jeder zwanzigste Meßwert außerhalb. In Deutschland gibt es mehr als 6300 abtrennbare Gebiete mit je 13000 Einwohnern. Zwangsläufig haben dann also 315 verschiedene von denen Krebsraten „außerhalb des Erwartungsbereiches“. Die Hälfte davon ungewöhnlich wenige und die andere Hälfte, also mehr als 155, auffallend viele. Friedland ist eines davon. Und das soll jetzt eine ernsthafte Meldung in einer seriösen Tageszeitung sein? Gibt es die in Preußen 1717 eingeführte allgemeine Schulpflicht eigentlich noch?

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18. Juni 2021
Geht das noch zusammen?

Mögliches Mitte-links-Bündnis

Das Sammelbecken der bis 1982 allgegenwärtigen K-Gruppen, die dann auf einen Schlag aus dem Gesichtsfeld verschwanden, die mehrfach umbenannte SED und die Partei, deren Spitze sich ganz offen mit dem terroristischen Rand der Antifa solidarisiert – das ist zusammen heute also „Mitte links“. Gut zu wissen.

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11. Juni 2021
Ich bin schwul – ist das gut so?

Ich hoffe sehr, der Autor meint den vorletzten Absatz nicht ernst. Von übergriffigen Menschen mit schlechtem Benehmen möchte ich wirklich nicht gestört werden, ganz unabhängig von deren weltanschaulicher, sexueller oder sonstiger Ausrichtung. Und wenn es sich so trifft möchte ich wirklich auch von denen nicht belästigt werden, bei denen mangelhaftes Betragen mit Queerness zusammenfällt.

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04. Juni 2021
Opa war ein Neonazi

„Richard behauptete, wir – also er und ich – würden direkt von Widukind und auch von Karl dem Großen abstammen. “

Hat es auch nur einer der beiden Autoren erfolgreich bis in die Nähe der Oberstufe geschafft – von Abitur will ich erst gar nicht reden? Zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern – und 49 Generationen vom Jahr 800 bis heute. Das sind in dem Jahr rechnerisch 500 Billionen (500 000 Milliarden) Vorfahren für jeden von uns. Jeder heute Lebende stammt auf mindestens einem Weg (meist etliche) von jeder berühmten damals nicht kinderlos lebenden Person ab. Das sollte inzwischen wirklich zur elementarsten Allgemeinbildung auch eines Journalisten gehören. Wenn nicht, dann als nur eine Empfehlung unter Dutzenden:

Adam Rutherford: „A brief history of everyone who ever lived“. Ein Kollege von Ihnen, allerdings BBC und nicht deutscher Geschwätzfunk.

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04. Juni 2021
Aufgeben oder weitermachen

Corona hat viele Läden in die Pleite getrieben.

Was wurden vor recht genau einem Jahr alle beschimpft, die exakt das genau so vorhergesehen haben. Dabei mußte man blind sein oder beide Augen ganz fest zukneifen, um diese klare Konsequenz leugnen zu können. Aber „Leugner“ sind ja immer die anderen, nicht wahr?

Im letzten Mai wurden Kosten genannt. Sie beliefen sich für jeden einzelnen Kölner schon damals auf 1200 Euro. Wieviel sind das umgerechnet auf jeden Kölner Nettosteuerzahler? Seitdem sind zwölf volle weitere Monate vergangen, in denen weiter Geld gedruckt und schubkarrenweise verteilt worden ist.

***

Was fehlt: Nach dieser einmalige Panne im allgemeinen Schweigen ist keine einzige Angabe von Kosten bis heute, Dezember 2021, je wieder irgenwo aufgetaucht.

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26. Mai 2021
Der moralische Impferativ

Um zur Normalität zurückkehren zu können, kommt es nochmal auf alle an.

Sehr geehrte Frau Lehmann, Sie haben sowas von recht. Aber was soll das jetzt? Nicht eine Ihrer Zahlen und Überlegungen ist auch nur das kleinste bißchen neu. Wo waren Sie und all die anderen, die sich selbst gern zu „vierten Gewalt“ aufspielen, als das Impfthema erstmals aufkam? Damals hätte Ihr Kommentar etwas sinnvolles beizutragen gehabt. Heute hat sich die Berufspolitik so lange und so oft auf „keine Impfpflicht“ festgelegt, daß ein Rückweg kaum möglich wäre. Also werden alle perfiden Register gezogen und die Impfpflicht durch die Hintertür um so massiver durchgesetzt.

Das hat einen weiteren Vorteil. Es gibt auf jeden Fall Impfschäden – außerordentlich selten, aber es wird sie geben wie bei jeder anderen Impfung auch. Bei einer Pflichtimpfung tritt dann der Staat wenigstens für den finanziellen Teil des Schadens ein. Stattdessen ist jetzt alles „freiwillig“, ist der Geschädigte selbst schuld und bleibt auf allem sitzen – er hätte sich ja nicht impfen zu lassen brauchen.

Anstand sieht anders aus, aber die Politiker, die das Wort noch ohne Nachschlagen verstanden, sind heute alle tot.

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13. Mai 2021
„Die Menschen beten für Sicherheit“

Die meisten Zivilistinnen im Gazastreifen haben keinen Bezug zur bewaffneten Politik der Hamas, sagt die politische Analystin Reham Owda in Gaza-Stadt.

Es gab vor gar nicht langer Zeit Wahlen in Gaza. Nach allem, was man erfahren konnte, liefen diese Wahlen weitestgehend frei, geheim und ohne Fälschungen ab. Ihr Ergebnis war eindeutig. Die Ziele und Methoden der Hamas waren lange vor der Wahl hinreichend bekannt. „Die meisten“ haben genau das gewählt und gewollt.

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13. Mai 2021
Ignorieren und Überschatten

Bisher sind Lesben und bi Frauen im Free-TV kaum sichtbar.

Es gibt kein „Free-TV“. Ich zahle im Jahr 210 Euro, das Dreifache der Rundfunkgebühr vor 2013. Und dabei habe ich keine Glotze, habe nie eine besessen, werde nie eine besitzen und konsumiere den Mist auch nicht auf anderen Wegen. Sollte das TV für Sie also wirklich „free“ sein, dann nur weil ich für Sie dafür zu zahlen gezwungen werde.

28. April 2021
„Das war kein Bootsunglück“

Aktivistin über Tote im Mittelmeer

Richtig, es war kein Bootsunglück. Jemand, der sich wissentlich und willentlich auf offener See von einem sicheren Schiff aus in einem überfüllten Schlauchboot ohne Motor und ohne Treibstoff aussetzen läßt, ist nicht „in Seenot geraten“.

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23. April 2021
Pandemie eskaliert in Indien

„Als Modi warnte, dass das Wiederaufflammen des Coronavirus Indien wie ein Sturm treffe, hatten die Neuinfektionen bereit 250.000 Menschen am Tag überschritten, nun haben sie die Marke von 315.000 erreicht.“

Meinen Sie den Quatsch etwa ernst? Indien ist mit 1,3 Milliarden das (mit sehr kleinem Abstand) zweitbevölkerungsreichste Land der Welt. Natürlich ist, ganz egal was man anschaut, in absoluten Zahlen gemessen alles dort viel und die „weltweit meisten“ eine inhaltsleere Nullaussage. Auf die Bevölkerung bezogen sind dort, soweit man den Zahlen glauben kann, die Neu- und die Todesfälle niedriger als hier in Deutschland.

Zweifellos hat Indien als armes Land auch damit große Probleme und braucht Hilfe, aber Ihre Sensationszahlen auf Schmierblattniveau sind wirklich die unterste Schublade des Boulevardjournalismus.

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22. April 2021
Am unteren Ende der Impfliste

Adipositas und Corona-Impfung

Ich denke mit einem BMI deutlich über 40 habe ich das Recht, Herrn Hannemanns Kommentar zum Fatshaming deutlich den Quatsch zu nennen, der er ist. Ja, ich hatte vor etlichen Jahren eine länger nicht erkannte Schilddrüsentzündung und habe genau in der Zeit besonders zugenommen. Aber natürlich war mir dabei vollkommen klar, daß es passiert und allein am zu vielen Essen lag, und natürlich hätte ich weniger essen können – es wäre nur mühsam und anstrengend gewesen und mich anstrengen mag ich nicht. Die Folgen muß ich tragen und jammere nicht darüber, aber so dreist zu sein, daraus Privilegien abzuleiten würde mir nicht im Traum einfallen. Ich habe jetzt einen Termin, einfach so, weil zu viele andere die Impfung ablehnen und er für alle freigegeben wurde.

Vordrängen in irgendeiner Form aus rein selbst verursachten Gründen ist so mies, das wäre auf keinen Fall in Frage gekommen und kommt es auch nicht. Und natürlich darf man Leute shamen für alles, das sie tun und das sie auch lassen könnten.

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20. April 2021
Freinehmen ohne Bedingung

Wer eine Fehlgeburt erleidet, kann in Neuseeland drei bezahlte Tage freinehmen.

Ist also eine Abtreibung trotz „mein Körper, mein Bauch“ etwa doch etwas anderes als eine Blinddarmoperation, eine Fettabsaugung oder das Weglasern einer Tätowierung? Frau Djahangards Haltung zu Fehlgeburt scheint das nahezulegen und dafür möchte ich ihr ausdrücklich danken.

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30. März 2021
„Atom ist so grün wie Windkraft“

Der wissenschaftliche Dienst der EU-Kommission hat befunden, dass Investitionen in Atomkraft als nachhaltig gelten sollten.

Was ist denn auf einmal aus dem „hört auf die Wissenschaft“ geworden, das freitags statt des Schulunterrichts gerufen wird? Immerhin ist Parolenrufen deutlich einfacher, als sich mit Wissenschaft selbst zu beschäftigen, was meist schon mit der Fächerwahl in der Schule anfängt. Ein Abitur wird trotzdem zugeteilt. Was immer man von der Euratom halten mag, wer dort angestellt wurde, hat in der Regel ein natur- oder ingenieurwissenschaftliches Studium erfolgreich angeschlossen, hat gelernt quantitativ zu denken und kann Zahlen nicht nur auswendiglernen sondern auch verstehen und mit ihnen rechnen.

Immerhin, Frau Sylvia Kotting-Uhl hat erfolgreich Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte studiert und sich als Dramaturgin bewährt. Wer bin ich dagegen mit meinem Diplom der Fachrichtung Reaktortechnik, daß ich mich der höheren Einsicht nicht beugen würde?

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28. März 2021
Der Zauberer

Korruptionsvorwürfe, wachsende Armut, ein gespaltenes Land: Vieles spricht gegen „Bibi“. Doch von vielen Israelis wird er angehimmelt. Wie schafft er das?

Für eine linke Zeitung ist der Bericht über Netanjahu erstaunlich sachlich gehalten. Sie vermeiden es jedoch peinlich genau, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Detail zu benennen.

Helmut Kohl kam aus einer einfachen Beamtenfamilie und war nach zehn Jahren als Angestellter sein ganzes Leben Berufspolitiker. Am Ende wurde er davon so reich, eine sehr hohe Geldstrafe sofort aus der eigenen Tasche bezahlen zu können. Der Hauptschullehrer Jürgen Möllemann konnte seine Partei im Wahlkampf illegal mit einer Million aus eigenem Vermögen unterstützen. Die Familien Clinton und Obama sind nach deren Präsidentschaften erheblich reicher als vorher und Jens Spahn begann seine Berufspolitikerkarriere direkt nach der Lehre als vermögensloser Bankkaufmann.

Bei Netanjahu dagegen geht es (siehe Wikipedia) um insgesamt 200 000 Dollar in Form von Sekt, Zigarren und Hotelübernachtungen sowie 3000 Dollar als Schmuck für seine Frau. Und das reicht Ihnen aus, um ausgerechnet im Zusammenhang mit ihm die Korruption stets als wichtigste und zentrale Eigenschaft zu nennen?

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22. März 2021
Symbol eines Kulturkampfes

Kopftuch und Berliner Neutralitätsgesetz

Für die meisten in Westeuopa Geborenen und Aufgewachsenen ist die islamische Religion wenig bekannt, die nahöstliche Kultur fremd und die Unterscheidung zwischen beiden kaum möglich. Es kann daher helfen zur Lösung nach Vorbildern in dieser Region zu suchen. Vor Erdogan hatten wir die paradoxe Situation, in Berlin zahlreiche verschleierte Studentinnen im Hörsaal zu sehen und in Istanbul keine einzige. Auch im Iran vor Khomeini gab es an Schulen, Hochschulen und im allgemeinen öffentlichen Kulturleben einen großen und wachsenden Mädchen- und Frauenanteil. Beide Länder waren eindeutig und unbestitten muslimisch geprägt. Was dort möglich war, kann hier kaum „antimuslimischer Rassismus“ sein.

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22. März 2021
Reaktionär trifft feministisch

Abtreibungsgegner in München

Die weltanschaulische Ausrichtung der Taz ist bekannt. Ich lese sie trotzdem, weil ihre Berichte meist frei von Scheuklappen, sachlich und gründlich recherchiert daherkommen. Auch hier nehme ich die Trennung von „Gebräu aus ... bis Rechtsextremen“ auf der einen und „linke und feministische Gruppen“ auf der anderen Seite hin – kein Aufguß dort und kein Linksextremer*in weit und breit.

Wenn aber die Polizei anrückt, „deren Aufgabe es ist, die Gruppen auf Distanz zu halten. Das funktioniert mit Metallgittern, ...“ dann wüßte ich doch schon ganz gerne, ob dieser Aufwand sich als notwenig erwiesen hat und von welcher Seite gegebenenfalls der Versuch, den Konflikt außer duch Parolen und Lautstärke körperlich auzutragen, ausgegangen ist oder wäre.

Das Schweigen darüber hallt hier diesmal sehr laut.

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18. März 2021
Schaut auf Nordsyrien!

10 Jahre Bürgerkrieg in Syrien

Ein sprachlich sehr gekonnt arrangierter Text. Die Menschen im türkisch kontrollierten Norden sind dort sicher vor Verfolgung, nur vertrieben werden sie noch ein bißchen. Weit auffallender ist aber noch, in einem Text über zehn Jahre Sysrien nicht einmal die Namen Obama oder Daesch zu erwähnen und schon gar nicht, wie erster letztere groß gemacht und bewaffnet hat. Natürlich nicht direkt, aber jedem war vorher schon völlig klar in wessen Händen schlecht kontrollierte Waffen in so einem Gebiet letzlich enden mußten.

Auch nicht erwähnt wird die relativ große Freiheit und Sicherheit, in der ethnische und religöse Minderheiten in Assads Syrien bis 2011 leben konnten. Natürlich nur, solange sie völlig unpolitisch blieben und keinesfalls die Regierung kritisierten, aber schon das, die religiöse und Berufsfreiheit allein, sind um Größenordnungen liberaler als Stalin, Mao, die Sandinisten und alle andern Helden und Vorbilder der 68er es je waren.

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08. März 2021
„Freundliche Stadt“ sucht Antworten

Nach Messerangriff in Schweden: Vielleicht waren psychische Probleme die Ursache.

Liebe Redaktion, unter welchen Umständen sind für Sie terroristische Anschläge auf die Zivilbevölkerung normales, rationales Verhalten, das jeder andere klar denken Mensch in derselben Lage genauso ausführen würde? Und wenn Ihnen dazu jetzt wenig einfällt, heißt das dann nicht, daß Ihre „psychischen Probleme“ eine leere Nullaussage sind, die immer zutrifft? Demnach ist es ein leeres Nullargument, um nach dem Grundsatz, was nicht sein dürfe, könne eben nicht sein, reale und beobachtbare Probleme verschwinden zu lassen.

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05. März 2021
Nach dem Beben

10 Jahre Fukushima

Man kann den Versuch, weltweite Umwelt- und Energiefragen zu lösen, natürlich auf anekdotischen Ich-Erzählungen aufbauen. Man könnte alternativ auch versuchen, die reale Welt quantitativ statt in moralischen Schlagworten zu verstehen und dazu zum Beispiel Normile lesen: science 371(2021), 6533, 978–982 (DOI:10.1126/science.371.6533.978). Der Artikel steht zwar nicht im Open Access, aber vielleicht hat die Taz ja auch einmal fünfzehn Dollar für eine Hintergrundrecherche zu Tatsachen und Fakten übrig.

Der Text gehört übrigens nicht zu dem Bereich der Zeitschrift, der einen der renommiertesten Teile der wissenschaftlichen Primärliteratur bildet, sondern in deren journalistische Sparte und könnte zeigen, wie guter Journalismus eigentlich sein kann und sein soll.

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01. März 2021
Der Verlierer und seine Fans

„Eine neue Kandidatur nach einer Niederlage ist noch nicht dagewesen.“

Das ist falsch und stellt auf peinliche Weise die Oberflächlichkeit der Recherche bloß. Grover Cleveland war der 22 und der 24 Präsident der USA, nachdem er dazwischen eine Wahl verloren hatte und Benjamin Harrison 23. Präsident wurde.

Wie hätte eigentlich die Taz über Trump berichtet, wenn dieser den amtierenden Regierungschef eines befreundeten Staates ignoriert und von diesem verlangt hätte, einen anderen einzusetzen, mit dem er dann zu reden bereit wäre?

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Tatsächlich wurde diesmal nicht der ganze Beitrag gestrichen, sondern mit dem Zusatz „Kommentar gekürzt. Bitte halten Sie sich an die Netiquette. Die Moderation“ nur der zweite Absatz. Der nicht explizit genannte, zum damaligen Zeitpunkt aber völlig offensichtliche Hinweis war die Weigerung Bidens , bei Verhandlungen mit Saudi-Arabien mit dem Kronprinzen zu reden, der schon seit Jahren offiziell im Auftrag seines Vaters, des regierenden Königs, die Regierungsgeschäfte führt. Genauso hätte ich nach der Reaktion fragen können, würde Trump aus der Ferne die Annulierung einer demokratischen Wahl in einem Demokratisch regierten Bundesstaat gefordert haben.

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19. Februar 2021
Das Rätsel von Çatalhöyük

Familien in der Jungsteinzeit

Wie kann man einen ganzen Teaserartikel voller Andeutungen schreiben, ohne eine einzige Quelle zu nennen? Im Gegensatz zur „ersten“ und „dritten“ wird bei der „neuen Studie“ (also offenbar der zweiten in der Zählung) nicht einmal ein Autor genannt. Und das soll Wissenschaftsjournalismus sein? (In der Onlineversion ist es durch die Links mininimal, aber wirklich nur minimal, besser als in der gedruckten Fassung.)

Daß sich die ganze Sache nach dem Studium der drei Quellen – mit der Zeit gewinnt man Erfahrung bei Ostereiersuche aus winzigen Andeutungen – etwas anders liest als im Artikel dargestellt, ist ein anders Thema. Genau dafür gibt ein korrekt arbeitender Kommentator seine Quellen ja an. Nach Barbara Mills haben die wenigen Ausnahmebestattungen in Häusern vermutlich nichts mit der Zusammensetzung der jeweiligen Bewohner zu tun gehabt. Wen es interessiert: Kapitel 7 in: Ian Hodder (Hrg.). „Religion at Work in a Neolithic Society“. Cambridge 2014.

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04. Februar 2021
„Viele haben Angst vor dem Amt“

Flüchtlingspolitik des Senats

„das Asylrecht wird mit Füßen getreten“

Jeder hat das Recht, Asyl zu beantragen. Der Antrag wird geprüft und kann abgelehnt werden. Anerkannt wird ein stark schankender Anteil von immer unter 5 %. Rund ein Drittel der Eingereisten erhalten aus verschiedenen Gründen eine befristete Duldung. Wenn wir die alle als begründet und angemessen akzeptieren, bleiben zwei Drittel aller Einreisenden ohne jeden Anspruch auf weiteren Aufenthalt, die sofort ausreisepflichtig sind.

Wer ist es denn, der hier unser sehr gutes Asylrecht, auf das ich stolz bin, mit Füßen tritt? Würde das Recht angewandt statt gebeugt, gäbe es kein Problem und keinen Grund zur Abwehr an der Außengrenze. Insofern stimme ich uneingeschränkt zu, diese Mißachtung und Unterdrückung des Asylrechtes muß ein Ende haben. Das Asylrecht ist zu wertvoll, um seine stille Abschaffung weiter einfach hinzunehmen.

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Es scheint als sei ich seit dem 13. November komplett gesperrt. Alle Erfahrungsberichte über Zensur stimmen überein, das schlimmste, das man tun könne, sei, die Zensur offen zu benennen. Als zustimmende Antwort auf einen anderen kommentar schrieb ich unter anderem „Es überrascht mich, daß die ‚Moderation‘ Ihren Beitrag zugelassen hat“. Kurz danach war er weg und dieser und jeder spätere meiner Beiträge erschien nie.     Zurück