Die frei erfundene Übersterblichkeit

2021-12-10

Wie ein sinnloses Hinauszögern, das nichts löst, vertuscht werden soll

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In diesem Winter, in der stärksten bisherigen Welle in Deutschland, gibt es eine neue im Focus veröffentlichte Einschätzung über den weiteren Verlauf der Pandemie:

Drosten erklärt: „Also, dieses Virus wird zu einem normalen Erkältungsvirus werden.“

Das trete dann besonders im Kindergarten auf, die Erwachsenen würden sich ab und zu infizieren und die Älteren müssten schauen, dass sie sich im Winter per Impfung schützen.

Bevölkerungen wie in Südafrika, die schon durchimmunisiert sind, würden in diesen Zustand bald hereinkommen.

„Wir werden in einen Zustand kommen, wo wir nur noch zum Winter hin auffrischen und wahrscheinlich nicht die ganze Bevölkerung – in absehbarer Zeit. Nächstes, übernächstes Jahr, vielleicht in drei Jahren. Aber dann ist es auch vorbei.“

Das deckt sich auffallend mit dem, was ich ich selbst schon im März 2020 geschrieben habe. Derzeit haben wir um die 50 000 Neuinfektionen täglich, bei 14 Tagen Dauer sind das rund 0,7 Millionen gleichzeitig in Isolation mit einer Dunkelziffer der Nichterkannten. Vergleiche mein Modell vom 2020-03.17, die Prognose vom 2020-03-19, Warnung vom 2020-03-22 noch einmal zusammengefaßt am 2020-03-28 und die Einschätzung vom 2020-05-01. Danach kam lange nichts, denn es war alles gesagt und ich sehe bis heute keinen Grund, etwas zu revidieren.

Deutschland hat zu ungeheuren Kosten, deren Höhe bis jetzt erfolgreich verschleiert wurde, eine Übersterblichkeit bis heute unterdrückt. Ein noch völlig unbeachteter Kostenfaktor ist, daß manche Länder durch die Welle und das Endemischwerden nahezu durch sind, sich wirtschaftlich und im Gesundheitssystem in Bezug auf aufgeschobene Behandlungen wieder normalisieren während Deutschland noch immer ganz am Anfang steht und die eigentliche Sterbewelle noch kommt. Genau das geben jetzt gerade auch Lauterbach und Drosten zu, ich hatte es im April 2020 schon erwartet.

Die Regierung und die Presse reiten gerade eine Kampagne, nach der eine Übersterblichkeit schon jetzt vorhanden sei. Stellvertretend für etliche andere die Taz :

„Mit Blick auf das Kalenderjahr 2020 starben insgesamt rund 985.600 Menschen. Das waren 46.000 Verstorbene mehr als im Jahr 2019.“ „In den ersten zwölf Monate[sic] der Pandemie, vom März 2020 bis zum Februar 2021, starben demnach 71.000 Menschen mehr als in den zwölf Monaten davor.“

Als Referenz gilt hier also kein Mittelwert[1] sondern das eine Jahr 2019.

Das statistische Bundesamt stellt umfangreiche Gesamtdaten zur Verfügung: 20211206-sonderauswertung-sterbefaelle.xlsx .

Es ist zwar ein Kalkulationsformat aber bewußt so angeordnet, daß man damit nicht arbeiten kann sondern für eine Auswertung gezwungen ist, es mehr oder weniger von Hand abzuschreiben, Damit habe ich gerade angefangen. Als ersten Vorgeschmack unten nur die Jahres-Gesamtwerte. Die Regression ist ohne das Jahr 2020 gerechnet und man sieht, wie stark der negative Ausreißer 2019 die Steigung nach unten zieht. 2020 liegt visuell noch unter der Verlängerung der Jahre 2016–18. (Klick zum Vergrößern)

Sterberate nach Jahren

Darüber, warum jetzt auf einmal eine nicht vorhandene Übersterblichkeit herbeigelogen wird, sollte man nachdenken. Ein Hinweis steht im ersten Absatz.

Mehr dazu folgt sicher bald hier.

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Auch das statistische Bundesamt zeigt als Durchschnitt in der Vorgabeeinstellung nicht etwa den Mittelwert sondern den Median der Bezugsjahre, was die Referenzkurve künstlich und falsch verkleinert und die Kurve des aktuellen Jahres größer erscheinen läßt.     Zurück